Vier Tiroler starben in Anden

5. Juni 2002, 19:35
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Expedition geriet auf dem höchsten Berg Perus in Lawine - Hopfgarten trauert

Innsbruck - Vier Bergsteiger, Mitglieder einer privaten Expedition, kamen am Montag in den peruanischen Anden in einer Lawine ums Leben. Alle vier stammen aus der Tiroler Gemeinde Hopfgarten, wo deshalb am Mittwoch "Trauer ausgerufen" wurde. Bürgermeister Paul Sieberer: "Wir müssen uns mit der Tatsache abfinden, dass die Natur wieder einmal stärker war."

Vorerst blieb noch unklar, wie sich die Bergtragödie ereignet hat. Die "Fünferseilschaft" sei, berichtet der Bürgermeister, auf dem Huscaran, dem mit 6768 Metern höchsten Berg Perus, in einer Höhe von 5400 Metern von einer Lawine mitgerissen worden. Einer der Betroffenen habe sich aus den Schneemassen befreien können, für die anderen vier sei jede Hilfe zu spät gekommen. Sie dürften in eine rund 60 Meter tiefe Gletscherspalte gefallen und vom Schnee völlig begraben worden sein. Vier starben, zehn Österreicher und ein Deutscher wurden verletzt.

Josef Eder, der Sohn eines der Opfer, kämpfte sich zehn Stunden ins Tal, um Hilfe zu holen. Eine Bergung der Opfer war vorerst aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse nicht möglich.

Frühere Unfälle

Schon zweimal fanden in zehn Jahren österreichische Expeditionen in den Anden ein tragisches Ende. Am 18. Juni 1994 wurde im bolivianischen Abschnitt der Anden am Mount Illimani eine Expedition, bestehend aus Österreichern und Schweizern, von einem Schneesturm überrascht. Ein Tiroler und ein Vorarlberger starben. Die Leichen wurden nie geborgen, es wäre zu gefährlich gewesen.

Ende Juli 1995 stürzten der österreichische Bundesländer-Referatsleiter für Regionalpolitik bei der EU, Stephan Hradil, und sein Tiroler Kamerad Nikolaus Waldner bei dem Versuch ab, den 4800 Meter hohen Berg Yerupajan zu bezwingen. Der Berggipfel liegt etwa 385 Kilometer nördlich von Lima in der Provinz Bolognesi. (DER STANDARD, Printausgabe 06.06.2002)

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