Frauen telefonieren länger, Männer dafür öfter

5. Juni 2002, 13:53
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Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Handynutzung machen sich nicht an der Handyrechnung bemerkbar

Wien - Männer telefonieren öfter, Frauen führen die längeren Gespräche. Männer telefonieren via Handy lieber auf der Straße, Frauen sogar in der Badewanne. Studien belegen schon lang geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Handynutzung. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage von Integral im Auftrag von ONE lässt einen aktuellen Einblick auf die mobile Kommunikationsbefindlichkeit der ÖsterreicherInnen zu. Darin wird auch deutlich, dass die Meinung zum Telefonverhalten des jeweils anderen Geschlechtes deutlich von der Realität abweicht. An den Telefonrechnungen sind die Unterschiede nämlich nicht ablesbar, heißt es in der Studie.

Die Studie

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Integral befragte rund 1.000 ÖsterreicherInnen zu Geschlechterspezifika bei der Handynutzung. Dabei zeigte sich, dass Frauen in der Regel länger telefonieren, Männer dafür aber öfter: Ein Handy-Telefonat dauert bei Frauen durchschnittlich 5,4 Minuten und bei Männern nur 3,6 Minuten.

71 Prozent der Handybesitzerinnen telefonieren pro Gespräch mindestens eine Minute lang, aber nur 63 Prozent der Männer. Während aber männliche Handybesitzer durchschnittlich 34 Mal pro Woche zum Handy greifen, tun dies Frauen im Schnitt nur 27 Mal die Woche.

Wo wird telefoniert?

Wo das Handy am liebsten gezückt wird, ist ebenfalls unterschiedlich: Männer telefonieren häufiger auf der Straße (Männer: 17 Prozent, Frauen 10 Prozent), im Auto (Männer: 13 Prozent, Frauen: 10 Prozent) und im Geschäft (Männer 6 Prozent, Frauen 3 Prozent).

Frauen greifen dafür eher im Kaffeehaus oder Restaurant zum Mobiltelefon (Männer: 3 Prozent, Frauen: 6 Prozent). Die Badewanne ist immerhin für 4 Prozent der Frauen ein Ort, an dem sie regelmäßig gemütlich per Handy plaudern, aber nur für 1 Prozent der Männer.

Einschätzung des anderen Geschlechts

Klischees prägen auch beim Thema mobiles Telefonieren die Meinungen der Befragten vom jeweils anderen Geschlecht: So sind fast zwei Drittel der Männer (63 Prozent) überzeugt, dass Frauen höhere Telefonkosten haben, nur 15 Prozent glauben, dass ihre Geschlechtsgenossen mehr bezahlen. Aber auch 54 Prozent der Frauen sind überzeugt, dass "ihresgleichen" höhere Telefonkosten zu tragen haben. Nur 22 Prozent der Handy-Userinnen glauben, Männer bekämen höhere Rechnungen. Tatsache ist, dass beide etwa gleich hohe Kosten verursachen, ergibt die Studie.

Ganze zwei Drittel der Männer (66 Prozent) glauben, dass Frauen insgesamt mehr telefonieren - dieser Meinung schließt sich sogar die Hälfte der Frauen an. Auch hier sieht die Realität anders aus: Frauen telefonieren nicht häufiger, sondern länger, resümiert die Studie. (APA)

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