Trainer-Streit um Verletzung von Emerson

5. Juni 2002, 13:20
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Fabio Capello und Luiz Felipe Scolari mit gegenseitigen Schuldzuweisungen

Ulsan/Südkorea - Nach dem Aus des Brasilianers Emerson für die Fußball-WM wegen einer Schulterverrenkung ist ein heftiger Trainer-Streit um die Umstände der Verletzung entbrannt. Zunächst warf Emersons Vereinscoach Fabio Capello dem brasilianischen Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari Fahrlässigkeit vor. "Bei AS Roma gestatte ich solche Spielereien im Training nicht, weil das Risiko sehr groß ist", sagte Capello. Scolari schlug am Mittwoch zurück: "Ich habe Capello immer gut behandelt, er hätte lieber den Mund halten sollen."

Der 26-jährige Emerson, von Scolari zum WM-Kapitän ernannt, hatte sich am Sonntag - einen Tag vor dem ersten WM-Spiel gegen die Türkei - arg verletzt. Er verrenkte sich die rechte Schulter, als er bei der Platzbesichtigung des Munsu-Stadions in Ulsan während eines Jux-Spielchens als Torwart agierte. Nach Angaben des brasilianischen Teamarztes fällt Emerson mindestens vier Wochen aus.

Emerson will nun doch nicht mehr zur moralischen Unterstützung bei seinen Teamkameraden in Südkorea bleiben. Ein brasilianischer Delegationssprecher sagte am Mittwoch, der Mittelfeldmann wolle so schnell wie möglich zu seiner Familie nach Italien fliegen und dann mit Frau und Kindern eine Disneyworld-Anlage besuchen.

Bisher hatte Emerson nach seiner Verletzung immer versichert: "Ich werde mindestens bis zum Ende der Vorrunde hier bleiben, weil meine Mannschaftskameraden mich hier brauchen. Auch Scolari hat mich darum gebeten." Der Sinneswandel kam jedoch, als Emerson am Mittwoch ein Fax von AS Roma erhielt, in dem sein Klub dem Spieler mitteilte, nach dem WM-Aus zähle ab sofort jeder Tag als Urlaubstag.(APA)

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