ATV-Gesellschafter Kloiber erhöht Angebot für Deutsche Bundesliga

5. Juni 2002, 13:22
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... und will die DFL an eventuellen Gewinnen beim Weiterverkauf der Rechte an andere Fernsehsender beteiligen

Die künftige Fernseh-Vermarktung der deutschen Fußball-Bundesliga ist weiterhin unklar. Die unübersichtliche Situation hat bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu Verzögerungen auf mehreren Ebenen geführt. Der Dachverband hat laut DFL-Sprecher Tom Bender das Ende des Lizenzierungsverfahrens auf den 17. Juni festgesetzt. Bis dahin müssen die "Wackelkandidaten" unter den 36 Profiklubs ihre Auflagen und Bedingungen erfüllen. Erst Ende Juni und damit rund drei Wochen später als üblich können die Spielpläne für die Bundesliga und 2. Liga veröffentlicht werden.

Mehrere Nachfrager

"Die Gespräche über die TV-Vermarktung laufen, es gibt mehrere Nachfrager", berichtete Bender. Der bisherige Partner KirchMedia hat zwar einen Insolvenzantrag gestellt, will die Rechte aber behalten. Offen ist laut Sportrechte-Chef Alexander Liegl aber, ob auch die Pay TV-Rechte für den Sender Premiere wieder übernommen werden: "Schließlich haben wir von Premiere schon seit Oktober kein Geld mehr gesehen".

Kloiber erhöht sein Angebot

Nach dem bestehenden Vertrag müsste KirchMedia für die beiden nächsten Spielzeiten 820 Millionen Euro zahlen. Die kann das Unternehmen aber nicht aufbringen. Das neue Angebot soll ein Volumen von rund 600 Millionen Euro für zwei Jahre haben. Ein anderer Interessent, der Münchner Filmkaufmann Herbert Kloiber, hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) sein Angebot auf deutlich mehr als 300 Millionen Euro pro Saison erhöht. Das Geld soll aber erst ab der Spielzeit 2003/04 fließen.

Kloiber will DFL beteiligen

Kloiber möchte die Bundesliga-Rechte gemeinsam mit der Telekom für Internet- und Online-Übertragungen erwerben. Außerdem will der Medienkaufmann die DFL laut der "SZ" an eventuellen Gewinnen beim Weiterverkauf der Rechte an andere Fernsehsender wie ARD, ZDF, SAT.1 oder RTL beteiligen. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten und der Champions-League-Sender RTL halten sich beim Poker um die Bundesliga-Rechte sehr zurück. Für ARD/ZDF, so der offizielle Tenor, haben die Verlängerung des Länderspiel-Vertrages mit dem DFB und die WM 2006 in Deutschland Priorität. (APA/dpa)

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