Kinderpornos in Österreich: Verdacht in den meisten Fällen bestätigt

5. Juni 2002, 13:59
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Ein Fünftel der fast 300.000 Beweismittel sind ausgewertet

Wien - Sechs Wochen nach der bisher größten Aktion gegen Internet-Pornografie, in deren Rahmen Mitte April in Österreich rund 330 Hausdurchsuchungen durchgeführt und mehr als 280 Verdächtige ausgeforscht wurden, ist ein Fünftel der fast 300.000 sichergestellten Beweismittel ausgewertet worden. In den meisten Bundesländern sind die Auswertungn kurz vor dem Abschluss, in Kärnten und Vorarlberg sind die Untersuchungen bereits abgeschlossen. In Wien werden die Untersuchungen wegen der Materialfülle noch einige Wochen andauern.

Verdacht zumeist bestätigt

Die Geständnisse, welche die meisten Verdächtigen unmittelbar nach den Durchsuchungen abgelegt haben, seien durch die Sachbeweise untermauert worden, sagte Mag. Erich Zwettler vom Innenministerium.

150.000 Beweise allein in Wien

150.000 Beweisgegenstände wurden allein in Wien sichergestellt. Insgesamt 70 Ermittler sind permanent mit der Auswertung beschäftigt, sie werden noch mehrere Monate daran arbeiten. Aus diesem Grund könne man noch keinen endgültigen Schluss ziehen, sagte Zwettler.

Die Großaktion hat offenbar auch zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit beigetragen, sagte der Beamte. Die Zahl der Hinweise an die Kinderporno-Meldestelle des Innenministeriums (meldestelle@interpol.at) sei sprunghaft angestiegen. Fachleute bemerken unterdessen, dass die Pädophilen sich aus dem Internet zurückziehen und Kinderporno-Material offenbar verstärkt wieder unter dem Ladentisch tauschen. Ob diese Tendenz anhält, ist derzeit nicht abzusehen.(APA)

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