Auf den Spuren von Römern und Osmanen

    1. Juni 2002, 15:58
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    Von Aggstein nach Mitterarnsdorf - Bei Wanderungen im Dunkelsteinerwald pendelt man oft zwischen Gegenwart und Vergangenheit

    Viele der über die Höhen verlaufenden Wege stammen aus der Antike, angelegt von den Römern. Zum Südufer der Donau führten nur Stichstraßen, die man bis in das 17. Jahrhundert mit kleinen Bollwerken absicherte, um vor allem das Eindringen der Osmanen zu verhindern.

    Bis 29.9. gibt es eine günstige Busverbindung zwischen Krems und Melk, die eine Überschreitung von Aggstein nach Mitterarnsdorf ermöglicht (ab Krems 9.05 h, ab Mitterarnsdorf 9.34, an Aggstein 9.45). Diese Tour führt von einem Höhepunkt zum anderen, wird zu einer Wanderung in die Geschichte.

    Spektakulärer Blick

    Erste Attraktion ist die Ruine Aggstein, das bekannteste Bauwerk der Wachau. Man hat die Reste der ehemaligen Festung konserviert, restauriert und alle wichtigen Teile der Burg beschildert, zudem gibt es Infotafeln über Geschichte und Architektur der Veste. Vom Bergfried genießt man eine einmalige Aussicht ins Donautal und zur Alpenkette mit Schneeberg, Göller, Ötscher und Dürnstein.

    Dann bieten sich zur Besichtigung die barocke Wallfahrtskirche von Maria Langegg und die daneben stehende Ursprungskapelle an. Das Servitenkloster gibt es nicht mehr, der Orden musste es infolge Personalmangels aufgeben. Beim Abstieg ins Kupfertal erreicht man zuerst das im 17. Jahrhundert errichtete Türkentor, das zu einer Reihe kleiner Befestigungen gehört, die Kaiser Leopold I. anlegen ließ. Die Trasse des Weges stammt aus der Römerzeit, man kann die Pflasterungen mit den typischen Gleisrillen erkennen. Schließlich passiert man die Porze, eine von Menschen geschaffene Felsenge, deren Name sich vom lateinischen porta (Tür) ableitet.

    Die Route:

    Von Aggstein steigt man auf dem rot markierten Fußweg und später auf der schmalen Straße in einer knappen Stunde zur Ruine Aggstein an. Rot markiert geht es weiter nach Maria Langegg, das man nach einer weiteren Stunde erreicht. Auf der roten und früher blauen Markierung steigt man zum Kastlkreuz an und weiter – blauen Marken folgend – zum Kreuzberg. Ab Maria Langegg 1 Stunden. Nun hält man sich links und erreicht im anfangs steileren, später gemütlichen Abstieg auf der grünen Markierung das Türkentor, die Porze und schließlich Mitterarnsdorf.

    Gehzeit

    Ab Kreuzberg 1 Stunden. Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 450 m. Gastwirtschaft in der Ruine Aggstein und in Maria Langegg. Bundesamtskarte 1:25.000 & 1:50.000, Blatt 37 (Mautern). (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

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