Neuer Skandal um Acrylamid - Gift das bei hohen Temperaturen entweicht

5. Juni 2002, 16:43
1 Posting

Krebserreger der in Lebensmitteln vermutlich beim Backen, Braten und Frittieren entsteht

Mittlerweile gibt es in Deutschland auch Medienwirbel um den Stoff Acrylamid, der in Lebensmitteln vermutlich durch hohe Temperaturen beim Backen, Braten und Frittieren entsteht. Acrylamid gilt als Krebs erregend und erbgutschädigend. Wie ein ARD-Magazin berichtete, haben von ihm veranlasste Untersuchungen von Pommes frites, Chips sowie Brot und Backwaren ergeben, dass die zulässigen Höchstwerte für den Acrylamid-Gehalt zum Teil um das Hundertfache überschritten worden seien.

Ähnliche Berichte gab es aus der Schweiz und bereits vor einigen Wochen aus Schweden.

Erbgutschädigend

Das als erbgutschädigend und krebserregend geltende Acrylamid findet sich auch in den Schweizer Lebensmitteln in hohen Konzentrationen. Das haben Untersuchungen des Kantonslabors Zürich ergeben. In der Sendung "Kassensturz" des Schweizer Fernsehens DRS sagte Daniel Imhof vom Zürcher Labor, es sehe "so aus, als ob wir die Resultate von Schweden auch hier finden". Die Lebensmittelbehörde Schwedens hatte Ende April vor erheblichen Krebsrisiken durch Acrylamid gewarnt.

Auch in Chips und Müsli

Das vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragte Kantonslabor Zürich hat drei Wissenschafter für die Untersuchungen freigestellt. Hohe Werte an Acrylamid wurden in Chips, Müsli und Knäckebrot festgestellt. Fündig wurde das Labor auch in Brot und Rösti. Es will nun auch Lebensmittel prüfen, die über 100 Grad erhitzt werden.

In Anlehnung an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen die Schweizer Behörden, die Ernährungsgewohnheiten vorerst nicht umzustellen. Gesund sei, viel Obst und Gemüse und weniger fettreiche Speisen zu essen. Ende Juni setzen sich die Experten der WHO in Genf mit der Substanz auseinander. Das BAG wird am Treffen teilnehmen. (APA)

Share if you care.