US-Fluggesellschaften wegen Diskriminierung verklagt

4. Juni 2002, 21:15
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Mindestens fünf Männer wegen ihres Aussehens aus Flugzeugen geholt - In drei Monaten 84 Beschwerden

New York - Wegen Diskriminierung von arabisch aussehenden Passagieren haben amerikanische Bürgerrechtsgruppen vier US- Fluggesellschaften verklagt. American Airlines, Continental, Northwest und United hätten nach den Terroranschlägen vom 11. September mindestens fünf Männer aus Flugzeugen geholt, weil sie arabisch aussahen, heißt es in der Klageschrift, die die Bürgerrechtsunion (ACLU) am Dienstag einreichte.

"Als die Fluggesellschaften unsere Mandanten aus den Flugzeugen holten, handelten sie diskriminierend und nicht aus Sicherheitsgründen, und das ist beschämend und verstößt gegen das Gesetz", sagte ACLU-Anwalt Reginald Shuford.

Michael Dasrath (32) berichtete auf einer Pressekonferenz in New York, er sei Silvester vor einem Continental-Flug von New Jersey nach Tampa aus seinem Sitz in der 1. Klasse geholt worden, nachdem eine Frau dem Piloten gesagt habe: "Diese Männer mit der braunen Haut benehmen sich sonderbar." Dasrath ist amerikanischer Staatsbürger. Mit ihm zusammen musste auch der Philippiner Edgardo Cureg (34) das Flugzeug verlassen. Auch die anderen Männer, alle mit asiatischen oder arabischen Vorfahren, wurden aus Maschinen herauskomplimentiert, nachdem Passagiere sich beim Flugpersonal beschwerten, sie fühlten sich in ihrer Gegenwart unwohl.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 84 Beschwerden wegen Diskriminierung eingereicht. Im vergangenen Jahr wurden solche Daten nicht erhoben. (APA/dpa)

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