Bombensuche als Probealarm

4. Juni 2002, 19:56
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Heeres-Jagdkommando übte Terrorbedrohung in der Stadt

Wien - Oben, auf der Wiener Salztorbrücke, rollte der Frühverkehr. Darunter, an einem Seil, hingen Soldaten des Jagdkommandos. Sie kontrollierten am Dienstag im Rahmen einer Alarmübung, ob nicht Sprengkörper am Tragwerk der Brücke über den Donaukanal angebracht sind.

Keine rein theoretische Übung: Nach dem 11. September haben sich Innen- und Verteidigungsministerium verstärkt auf Sicherungsaufgaben eingerichtet - und Minister Herbert Scheibner (FPÖ) berichtete von einer konkreten Warnung "vor einigen Wochen".

Details will er nicht preisgeben, überhaupt sollen bei Terrorgefahr möglichst wenige für die Bevölkerung spürbare Maßnahmen gesetzt werden: "Wenn das öffentliche Leben zum Erliegen käme, dann hätten die Terroristen ja schon einen Teil ihres Zieles erreicht", erläutert Brigadier Christian Segur-Cabanac, Leiter der Operationsabteilung im Verteidigungsministerium.

Die Alarmübung, bei der die Donau im Wiener Raum gesichert wird, fällt mit einer internationalen Luftraumüberwachungsübung ("Amadeus 2002") zusammen, bei der die Einrichtung und Überwachung einer Flugverbotszone geprobt wird. Ein Awacs-Flugzeug schwebt dafür kurzfristig in Österreich ein. Auch hier soll der zivile Flugverkehr möglichst wenig zu spüren bekommen.

Klar, dass dabei auch einige Draken zum Einsatz kommen - als ein kleiner Hinweis darauf, dass "noch vor dem Sommer, wie geplant" (Scheibner) die Entscheidung über ein Nachfolgemodell getroffen werden muss. 48 Prozent der Österreicher sind nach Scheibners Darstellung für eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets. (cs/DER STANDARD, Printausgabe 05.06.2002)

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