Präsident Uruguays bittet Argentinien um Vergebung

5. Juni 2002, 16:36
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Jorge Battle hatte Bürger des Nachbarlandes als "Gauner" bezeichnet

Buenos Aires - Der uruguayische Präsident Jorge Battle hat bei seinem Besuch in Buenos Aires am Dienstag sichtlich gerührt um Vergebung für seine Aussage gebeten, alle Argentinier seien Gauner. Mit Tränen in den Augen sagte Battle nach Angaben der argentinischen Tageszeitung "La Nacion" (Internetausgabe) im Beisein seines argentinischen Amtskollegen Eduardo Duhalde vor laufenden TV-Kameras: "Es ist den Menschen zu eigen, sich zu irren und, wenn man einen Fehler macht, diesen zu erkennen, und mich zu entschuldigen, zu entschuldigen Ihnen gegenüber und dem argentinischen Volk."

Duhalde nahm die Entschuldigung beim Treffen mit Batlle im argentinischen Präsidentenpalast entgegen und erklärte die Angelegenheit damit für beendet, berichtet "La Nacion". Es sei "edel" von Batlle gewesen, nach Buenos Aires zu kommen. Danach reichte er seinem uruguayischen Amtskollegen die Hand. Duhalde sagte, die Aussage Batlles sei in der Tat ein Fehler gewesen, der die Argentinier "gedemütigt" habe. Er sei sich aber sicher, dass die Bevölkerung Argentiniens und Uruguays nicht nur wegen ihrer Vergangenheit und Gegenwart, "sondern wegen des Kampfes, den wir gemeinsam in der Zukunft führen müssen, diese Episode nicht nur vergessen sollten, sondern uns auch von niemandem mehr entzweien lassen werden".

Batlle war am Dienstag zu einem Kurzbesuch in Buenos Aires eingetroffen. Kurz zuvor war ein Fernsehinterview ausgestrahlt worden, in dem er laut "La Nacion" gesagt hatte, dass die "Argentinier Gauner sind, vom ersten bis zum letzten". Diese Aussage hatte für einen diplomatischen Eklat zwischen Buenos Aires und Montevideo gesorgt. (APA)

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