Giftweizen-Skandal: "Biofleisch" gelangte auch nach Österreich

4. Juni 2002, 23:16
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Menge vorerst nicht bekannt - Untersuchungen laufen

Berlin/Mödling - Fleisch von Bioputen, die in Deutschland mit Giftweizen gefüttert wurden, dürfte auch nach Österreich gekommen sein. Das niedersächsische Agrarministerium bestätigte am Dienstag dem STANDARD, dass vermutlich mit Nitrofen verseuchtes Fleisch aus 93 Lieferungen in zehn deutsche Länder, nach Dänemark, in die Niederlande und Österreich exportiert wurde. Diesbezüglich "besteht begründeter Verdacht", sagte der Sprecher Hans-Dieter Rosinke. Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte inoffiziell solche Lieferungen.

Auch der provisorische Leiter der heimischen Ernährungsagentur in Mödling, Walter Schuller, erklärt, der offenen Grenzen wegen sei nicht feststellbar, wie viel Geflügelfleisch aus Deutschland importiert wurde. Die Agentur zog bereits bis zu 30 Proben. Die Ergebnisse der Tests sollen Ende der Woche, spätestens aber kommenden Montag vorliegen.

In Deutschland wurden rund 230 Tonnen Fleisch aus dem Verkehr gezogen, nachdem bekannt geworden war, dass die Tiere massiv verseuchten "Ökoweizen" erhalten hatten. (afs/DER STANDARD, Printausgabe 05.06.2002)

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