Prinz Claus verklagt niederländische Illustrierte "Privé"

4. Juni 2002, 14:53
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Wegen Bericht über Gesundheitszustand

Prinz Claus der Niederlande (75), Ehemann von Königin Beatrix, hat die niederländische Illustrierte "Privé" wegen eines Berichtes verklagt, der "von A bis Z erlogen" sein soll. Die Klage wurde bei Gericht in Amsterdam eingereicht, teilte ein Sprecher des Königshauses am Dienstag mit. Die Veröffentlichung entbehre jeder Grundlage, sei geschmacklos und beeinträchtige die persönliche Sphäre des Prinzen, machte der Kläger geltend.

"Völlig aus der Luft gegriffen"

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Prinzgemahl bezieht sich auf die Behauptung des viel gelesenen Wochenblatts in der Ausgabe vom 25. Mai, dass er nach seiner jüngsten Behandlung im Universitätskrankenhaus von Amsterdam in eine Klinik für Todkranke am Chiemsee "geflüchtet" sei. Der Sprecher des Königshauses hatte bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung betont, dass alle Angaben "frei erfunden" und "völlig aus der Luft gegriffen" seien. Der Prinz erhole sich seit dem Verlassen des Krankenhauses am 3. Mai im Königsschloss Huis ten Bosch in Den Haag.

Der aus Deutschland stammende frühere Diplomat habe mit Absicht nicht den Weg der einstweiligen Verfügung gegen das Blatt gewählt, obwohl dies zu einer schnelleren Entscheidung führe, erklärte das Königshaus. Mit einem wahrscheinlich länger dauernden ordentlichen Verfahren wolle der Prinz vielmehr ein Urteil von grundsätzlicher Bedeutung erreichen. Wenn die Veröffentlichung als unrechtmäßig erklärt werde, könne ein Verfahren um Schadenersatz folgen.

Wegen Lungenembolie in Klinik eingeliefert

Prinz Claus war bereits früher wegen Berichten in der niederländischen Regenbogenpresse vor Gericht gegangen. Dabei erreichte er 1985 über eine einstweilige Verfügung, dass "Privé" einen Bericht über Kronprinz Willem-Alexander berichtigen musste. 1995 musste die Illustrierte "Story" einen Bericht über den angeblichen Selbstmord seines Vaters berichtigen und 25 000 Gulden (damals etwa 150.000 Schilling) Schmerzensgeld zahlen.

Der in den Niederlanden sehr beliebte Prinz hat von März an zwei Monate im Universitätskrankenhaus Amsterdam verbracht. Er war nach einer Lungenembolie in die Klinik gebracht worden und hatte dort noch einen Herzinfarkt erlitten. Ihm war im vorigen Jahr in Hamburg eine Niere entfernt worden, drei Jahre nach einer Prostata-Operation ebenfalls in der Klinik in Hamburg Barmbek. (APA/dpa)

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