Ottakringer schäumt weniger stark

4. Juni 2002, 14:20
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Wiener Brauereikonzern mit Verlusten zum Quartal - "Niedrigspreispolitik" von Mitbewerbern wird nicht mitgemacht

Wien - Der börsenotierte Wiener Brauereikonzern Ottakringer hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2002 weniger verdient als im Vergleichszeitraum 2001. In der Ottakringer Brauerei AG sank der Cashflow von 1,32 auf 0,85 Mill. Euro, der Umsatz ging um 6,4 Prozent auf 14,23 (nach 15,2) Mill. Euro zurück. Der Inlandsabsatz der Ottakringer Brauerei sank um fast 5 Prozent. Im Konzern wurde der EGT-Verlust im Quartal auf 0,7 Mill. Euro fast verdoppelt.

Absage an "Niedrigstpreispolitik"

Als Hauptgrund für den Rückgang macht Ottakringer im am Dienstag veröffentlichten Aktionärsbrief die "Niedrigstpreispolitik von Mitbewerbern" verantwortlich, der sich Ottakringer nicht anschließen wolle: Das führe zwar kurzfristig zu Rückgängen, erspare der Marke Ottakringer im Gegensatz zu anderen Marken aber Prestige- sowie Imageverlust und solle die Brauerei mittel- und langfristig vor "tiefen Wunden in der Ertragslage" verschonen.

Im Ottakringer-Konzern - zur dominierenden Brauerei AG kommt dabei noch die deutsche Innstadt-Brauerei sowie Vertriebsgesellschaften - sank das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von -0,4 auf -0,7 Mill. Euro, der Cashflow reduzierte sich von 1,24 auf 1,03 Mill. Euro. Der Konzerumsatz lag mit 18,09 Mill. Euro um 5,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die deutsche Innstadt-Brauerei habe plangemäß leichte Umsatz- und Ergebnissteigerungen erzielt.

Inlandsabsatz gesunken

In der Ottakringer Brauerei sank der Inlandsabsatz im Erstquartal um knapp 5 Prozent auf 104.000 Hektoliter. Positiv entwickelt habe sich dagegen das "Flaggschiff der Brauerei", das Ottakringer Helle. Auch in den Bundesländern, namentlich in Niederösterreich, habe es Zuwächse gegeben, während der Wiener Markt sich "stabil" zeige.

Während die Sachinvestitionen de facto stabil geblieben seien, reduzierten sich die Gesamtinvestitionen durch im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich geringere Umschichtungen im Finanzportfolio in der Brauerei von 7,68 auf 1,54 Mill. Euro. Die Konzerninvestitionen gingen von 7,91 auf 2,14 Mill. Euro zurück. Die Zahl der Mitarbieter sank in der Brauerei AG geringfügig von 109 auf 107, während es im Konzern zu einer Zunahme auf 330 (322) Mitarbeiter kam. Ursache dafür war eine Umschichtung im Rahmen des Konzern-Mehrheitseigentümers Getränkeindustrie Holding AG.

Hoffen auf Ergebnisverbesserung

Für das Gesamtjahr 2002 setzt Ottakringer weiter auf einen "kalkulierbaren, soliden Weg des stetigen Ergebnisverbesserung", man sei zuversichtlich, das Jahr "trotz schwierigen Umfelds plangemäß" abzuschließen. Neue Markteingaktivitäten sollen die Hauptmarke in der Ostregion (Wien, Niederösterreich, Burgenland) noch gefragter machen, seit April läuft auch eine österreichweite neue TV-Werbestaffel. In Logistik und Distribution sollen Einsparungen die Effizienz weiter steigern. (APA)

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