"Schutzhaus gegen den Krebs"

4. Juni 2002, 13:41
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Wien - Eine Möglichkeit, das Risiko von Brustkrebs zu senken, ist in Wien vorgestellt worden. Das "Schutzhaus gegen den Krebs" wurde von der Wiener Gynäkologin Prof. Dr. Maria Hengstberger entwickelt. Mit ihrer Methode solle "Hilfe zur Selbsthilfe" gegeben werden. Schon vier Stunden Bewegung pro Woche könne das Risiko um bis zu 37 Prozent senken, erklärte die Ärztin.

Das "Schutzhaus" ist ein grafisches Modell, das Patientinnen helfen soll, "Selbstschutz" zu entwickeln, erklärte Hengstberger. Die Abgrenzung zur Umwelt und das Selbstbewusstsein als Dach seien von großer Bedeutung. Es sei wichtig, Stressfaktoren - die Auslöster der Krebserkrankungen - zu verhindern. Besonders wichtig bezeichnete die Ärztin auch Ernährung, Bewegung, Entspannung und die Natur.

Selbstuntersuchung

Zusammen mit blinden "Brustuntersuchungsschwestern", die einen besonders feinen Tastsinn haben, entwickelte Hengstberger Ratschläge zur Vorbeugung und Selbstuntersuchung. Regelmäßige Selbstkontrolle und das Einhalten der Untersuchungstermine sei selbstverständlich, hieß es. Wichtig sei, die Knie-Ellbogenlage im Wasser bei der Selbstuntersuchung. Sie ermögliche auch im unteren Brustbereich eine genaue Kontrolle.

Die Aufnahme der Brust ins tägliche Kosmetikprogramm bringe ein besserer Selbstverständnis, so die Expertin. Vor der Menstruation sollten Tee, Kaffee und Schokolade gemieden werden.

Bewegung

BH's mit Reifen sollten nur in Ausnahmefällen getragen werden. Durch erhöhten Druck käme es zum Lymphstau und schlechterer Durchblutung. Die Folge: Das Gewebe wird schlaff. Die Ärztin kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Dessousindustrie, die zu wenig Rücksicht auf diese Gegebenheiten nehme.

Schließlich brauche auch die Brust Bewegung, führte die Gynäkologin aus. Frauen sollten sich BH-freie Tage oder Stunden gönnen. Bei der Sportausübung - besonders bei Ausdauersportarten wie Joggen - gelte dieser Tipp aber nicht, warnte Hengstberger. (APA)

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