Pariser Sexualforscher Tordjemann wurde Arztzulassung entzogen

4. Juni 2002, 13:36
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Von mehreren Patientinnen der Vergewaltigung bezichtigt

Der bekannte Pariser Sexualforscher Gilbert Tordjemann hat wegen des Verdachts der Vergewaltigung von Patientinnen seine ärztliche Approbation eingebüßt. Wie am Dienstag von den Justizbehörden zu erfahren war, entzog ihm die zuständige Ermittlungsrichterin Tordjemann bis auf weiteres das Recht, seinen Arztberuf auszuüben.

Entzug der Zulassung

Die Ermittlungen waren im März ins Rollen gekommen, nachdem mehrere Patientinnen dem Mediziner Vergewaltigungen vorwarfen. Seither kamen nach Angaben der Justiz zehn neue Klagen hinzu. Mit dem Entzug der Zulassung will die Ermittlungsrichterin die Gefahr weiterer Taten ausschließen. Tordjemann hatte sich im März zuversichtlich gezeigt, am Ende "von jedem Verdacht rein gewaschen" zu werden.

Hypnose-Behandlungen

Der Sexualmediziner hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, er werde von der Vereinigung gegen Sexuellen Missbrauch durch Mitarbeiter des Gesundheitswesens (Ancas) verfolgt. Diese - von einer seiner früheren Patientinnen gegründete - Vereinigung werte Berührungen der Geschlechtsorgane als Vergewaltigung, wie sie bei jeder gynäkologischen Untersuchung vorgenommen würden. Tordjemann ist durch zahlreiche Veröffentlichungen und Vorlesungen bekannt. Vor zwei Jahren sprach er bei einem Sexologen-Kongress in Berlin über den weiblichen Orgasmus. Vergangenes Jahr erschien sein Buch "Hypnosexe", in dem es um die Behandlung sexueller Probleme durch Hypnose geht. (APA/AFP)

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