Deutschland Vize-Weltmeister im Roboter-Fußball

4. Juni 2002, 13:09
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Mitteleuropäische Teams schaffen Anschluss an asiatische Spitzenmannschaften

Deutschland hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft den zweiten Platz erreicht - zumindest bei der soeben in Korea zu Ende gegangenen Roboter-Fußball-WM der Federation of International Robot-Soccer-Association (FIRA). In der Königsklasse "5 gegen 5" musste sich das Roboter-Fußball-Team der Universität Dortmund erst im Endspiel der koreanischen Mannschaft der Universität SungKyunKwan geschlagen geben, teilte die Uni Dortmund heute, Dienstag, in einer Aussendung mit. In dieser Spiel-Liga traten 32 Mannschaften aus allen Erdteilen an. Österreich wurde überraschend Vierter und das slowenische Team erreichte das Viertelfinale. Diese Resultate zeigen, dass die mitteleuropäischen Teams den Anschluss an die einst dominierenden Mannschaften aus Asien schaffen konnten.

Bedeutsam

Die Robotik besitzt in Korea eine technologie-strategische Bedeutung, heißt es weiter. Premierminister Han Dong Lee eröffnete den Wettbewerb und betonte, dass die Erfahrungen der Roboter-Fußballspiele bei der Entwicklung autonom handelnder mobiler Roboter nutzbar gemacht werden. Umrahmt wurde die Weltmeisterschaft durch eine Ausstellung, in der koreanische Unternehmen neueste Roboter für wirtschaftliche Anwendungen und Unterhaltung vorstellten.

Einsätze

Die zukünftigen Einsatzgebiete autonomer mobiler Roboter werden von Experten beispielsweise bei Katastropheneinsätzen, im Haushalt oder im Entertainment gesehen. Die Dortmunder Wissenschaftler sehen jedoch noch einen weiten Weg zu realen Anwendungen. "Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung hin zu intelligenten Maschinen", betonte Professor Bernd Reusch vom Lehrstuhl Informatik I an der Uni Dortmund. "Autonom agierende Roboter sind hochkomplexe Gebilde und nur im engen Zusammenspiel vielfältiger wissenschaftlicher Disziplinen erfolgreich zu entwickeln." Größte Mankos bei der Fußballrobotik seien momentan die Planung der Bewegungen, die Abstimmung zwischen einzelnen Spielern sowie die Qualität der Bildauswertung, meinte der Dortmunder "Fußball-Teamchef" Norbert Jesse. (pte)

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FIRA

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