Krafttraining beugt Knochenerkrankungen vor

4. Juni 2002, 12:41
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Sportarten mit höherem Krafteinsatz bei Kindern und Jugendlichen als Prävention

Köln - Bei Kindern und Jugendlichen mit Nierenerkrankungen kommt es häufig zu Schädigungen von Knochen und Muskulatur. Durch gezieltes Training könnte dies verhindert und damit die Lebensqualität der Patienten erhöht werden, so das Ergebnis einer Studie von Sabine Kruppa vom Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universität Köln. Insbesondere Sportarten mit höherem Krafteinsatz würden sich zum Schutz vor dem Verlust von Knochenmineral anbieten. Deshalb sollten Sportarten zum Kraftaufbau Bestandteil des Therapieplans sein.

Muskelkraft

Neben den Auffälligkeiten ihres Knochengerüstes besteht bei nierenkranken Kindern und Jugendlichen auch eine herabgesetzte Muskelkraft. Der Grund dafür liegt in krankheitsbedingtem Bewegungsmangel und verändertem Muskelstoffwechsel. Auch eine derartige Muskelschwäche könnte durch mehr Bewegung ausgeglichen werden. Kenntnisse über die funktionellen Zusammenhänge zwischen dem Wachsen von Knochen und Muskulatur können, so Kruppa, bei Sport- und Bewegungstherapie nierenkranker Kinder und Jugendlicher nutzbar gemacht werden. Zwar haben alle Patienten einer Nierenambulanz die Möglichkeit an einem Sportunterricht teilzunehmen. Spezielle Sportgruppen für nierenkranke Kinder und Jugendliche gibt es jedoch nicht.

Abnahme der Knochenmasse

Ein besonderes Augenmerk widmet Kruppa den Problemen, die Nierentransplantationen bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen. Die dabei verwendeten Medikamente bewirken zum Teil eine Abnahme der Knochenmasse. Es kommt zu einer erhöhten Ausscheidung von Kalzium, einem wichtigen Bestandteil der Knochen. Die Muskelkraft spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Skeletts. Sie hat nicht nur bei gesunden, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen mit Nierenerkrankungen einen Einfluss auf die Knochenstruktur. Mechanische Anforderungen, bestimmt durch die Muskelkraft, stimulieren die Verformung der Knochen in der Kindheit und damit die Zunahme der Knochenfestigkeit. Die Untersuchung belegt laut Kruppa, dass bei gesunden und nierenkranken Kindern ein Zusammenhang zwischen der Festigkeit der Knochen und der Muskelkraft der Kinder besteht. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ausschnitt der Rückenmuskulatur

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