Möllemann erklärt Diskussion für beendet

4. Juni 2002, 12:16
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"Was zu sagen war, ist gesagt, was zu tun war, ist getan"

Düsseldorf - Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann hat die Auseinandersetzung in seiner Partei über den Streit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland für beendet erklärt. Möllemann sagte am Dienstag vor einer Sitzung der FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag: "Was zu sagen war, ist gesagt, was zu tun war, ist getan". Das gelte auch für die Frage nach einer Entschuldigung gegenüber dem Zentralrat.

Möllemann widersprach der Einschätzung, FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle sei durch die Entscheidung des Landesvorstandes, an der Fraktionsmitgliedschaft des umstrittenen Ex-Grünen Jamal Karsli festzuhalten, politisch beschädigt worden. Der Landesvorstand habe in einer demokratischen Entscheidung mit nur einer Gegenstimme den einstimmigen Beschluss der Landtagsfraktion bestätigt, Karsli aufzunehmen.

Karsli betonte, er wolle durch seine Arbeit Vertrauen schaffen. Mit der Zeit werde er das Vertrauen der ganzen FDP gewinnen. Er wolle seine Arbeit mit den Schwerpunkten Migranten und Muslime nun in der FDP-Landtagsfraktion fortsetzen. Viele Zuschriften bestätigten ihm, dass er auf dem richtigen Weg sei. Der Druck aus Berlin störe ihn nicht. Karsli unterstrich seine weiterhin kritische Haltung zur Politik der israelischen Regierung, betonte aber zugleich, dass man unterscheiden müsse zwischen Israel und dem Judentum. Seine Kritik richte sich nicht gegen Juden. (APA/AP)

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