Angst um Job führt zu schlechtem Arbeitsklima

4. Juni 2002, 19:07
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Arbeitsklimaindex: Verunsicherte Arbeitnehmer in der New Economy

Wien - Die Angst um den Job führt zu schlechtem Arbeitsklima in Österreichs Unternehmen. Viele Branchen verzeichnen Konjunkturtiefs, besonders auch in der New Economy. Die Folge: Arbeitnehmer sind verunsichert, was ihre berufliche Zukunft betrifft. Insgesamt sind Männer deutlich pessimistischer. Alles in allem herrscht ein rauerer Ton am Arbeitsmarkt. Das ist das Ergebnis des neuesten Arbeitsklima-Index der oberösterreichischen Arbeiterkammer, der am Dienstag in Wien präsentiert worden ist.

Die im Herbst 2001 eingetretene Trendumkehr setze sich fort, der Arbeitsklima-Index sei weiter gesunken. Seit im Frühjahr vergangenen Jahres mit 109 Indexpunkten der bisherige Zenit erreicht worden war, sei der Index in den vergangenen zwölf Monaten kontinuierlich auf inzwischen 106 Punkte zurückgegangen. Damit sei der Stand von Herbst 1999 erreicht, erläuterten die AK-Experten. Schuld daran sei die schlechte

Männer - die klaren Verlierer

Die klaren Verlierer der diesmaligen Messung seien männliche Arbeitnehmer 106 statt bisher 108 Punkte -, bei den Frauen ist der Index mit 108 Punkten gleich geblieben. Vor allem jüngere Beschäftigte zeigten sich sind mit ihrer Situation wesentlich unzufriedener als noch vor einem halben Jahr. Stark zurückgegangen sei der Arbeitsklima-Index im Fremdenverkehr, wo die Beschäftigten insbesondere über verschärften Zeitdruck und Unzufriedenheit mit dem Führungsstil klagten. Interessant scheine, dass der Index im Groß- und Einzelhandel gestiegen sei - trotz des üblichen Druckes im Weihnachtsgeschäft, wurde betont.

Die Gemütslage der Beschäftigten sei maßgeblich von der beruflichen Stellung abhängig, Facharbeiter seien deutlich unzufriedener als Angestellte und öffentlich Bedienstete. Insgesamt ist der Index bei den öffentlich Bediensteten - entgegen dem allgemeinen Trend - leicht angestiegen, die Zufriedenheit der Lehrer allerdings gesunken. Ausschlaggebend dafür dürften die rigorosen Einsparungen im Bildungswesen sein. Während sich die Stimmung bei Angestellten zwischen Herbst 2001 und Frühjahr 2002 nur um einen Indexpunkt verschlechtert habe - von 111 auf 110 -, sei bei den Arbeiterinnen und Arbeitern ein Minus von zwei Punkten, und zwar von 104 auf 102, festzustellen. Der Rückgang beim Arbeitsklima-Index betreffe insbesondere Facharbeiter, Unsicherheit herrsche vor allem in der Metall- und Elektrobranche.

Jüngere verunsichert

Die Sorge um den Arbeitsplatz zeige sich deutlich, vor allem bei Männern und bei jüngeren Arbeitnehmern. Das dürfte u.a. auch mit Verschlechterungen in der New Economy zusammenhängen.

Der "Arbeitsklima-Index" wird seit dem Frühjahr 1997 zwei Mal jährlich (Frühjahr und Herbst) berechnet. Dazu werden jeweils ca. 1.800 Interviews ausgewertet. Dazwischen (Sommer und Winter) gibt es Sonderauswertungen zu besonders interessanten Themen. Grundlage für die vorliegende Berechnung sind 1.900 Interviews. (APA)

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