Putin vermittelt: Erste Erfolge

4. Juni 2002, 15:42
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Musharraf nimmt Einladung nach Moskau an

Almaty - Bei den Vermittlungsbemühungen im Kaschmir-Konflikt hat der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge vermeldet. Putin teilte am Dienstag dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee am Rande einer Sicherheitskonferenz in Kasachstan mit, der pakistanische Präsident Pervez Musharraf habe im Gespräch mit ihm positive Signale gesetzt, wie die Krise beizulegen sei.

Musharraf selbst erklärte in einer Pressekonferenz, er habe eine Einladung Putins nach Moskau angenommen. Der russische Präsident habe auch Vajpayee eingeladen. "Ich werde sicher kommen. Ich kann aber nicht im Namen von Premierminister Vajpayee sprechen", so der pakistanische Militärmachthaber.

Indien hatte sich zuvor bereit erklärt, mit dem Nachbarland Pakistan über den Kaschmir-Konflikt zu sprechen. Indien wirft Pakistan vor, moslemische Rebellen zu unterstützen, die den Unionsstaat Jammu und Kaschmir aus Indien herauslösen wollen. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, hatten sich in den vergangenen Monaten verschärft.

Putin und der chinesische Präsident Jiang Zemin hatten vor Beginn der Konferenz der Staats- und Regierungschefs aus 16 Staaten in Kasachstan angekündigt, sich um eine Vermittlung im Kaschmir-Konflikt bemühen zu wollen. Putin sagte zu Vajpayee, er freue sich darauf, mit dem indischen Ministerpräsidenten über eine "Reihe ernsthaft positiver Signale" zu sprechen, die Musharraf im Gespräch mit ihm gesetzt habe. Details nannte Putin nicht.

Vor den Einzelgesprächen mit Musharraf und Vajpayee in einer Residenz am Stadtrand von Almaty hatte er auf der Sicherheitskonferenz tiefe Besorgnis über die Kaschmir-Krise geäußert. Beide Seiten haben eine Million Soldaten an der Grenze der geteilten Kaschmir-Region zusammengezogen, in der es fast täglich zu Gefechten kommt. Auslöser für die Eskalation der Lage waren Anschläge vermutlich moslemischer Extremisten auf das indische Bundesparlament im Dezember und auf ein Militärlager im indischen Teil Kaschmirs im Mai mit Dutzenden Toten.

Während Russland traditionell gute Beziehungen zu Indien unterhält, verfügt China über enge Kontakte zu Pakistan. Ein kleiner Teil Kaschmirs steht unter chinesischer Kontrolle, 45 Prozent der Region gehören zu Indien, etwa ein Drittel zu Pakistan. Ob es am Rande der Konferenz auch zu einem direkten Treffen zwischen Vajpayee und Musharraf kommen würde, blieb ungewiss. (APA/Reuters)

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