Arbeitslosigkeit kräftig angestiegen

4. Juni 2002, 11:29
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Weniger Frauen als Männer betroffen

Wien - Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich setzte sich weiter fort. Mit 207.860 Jobsuchenden lag die Arbeitslosigkeit Ende Mai um 33.003 oder 18,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitsuchenden saisonbedingt um 23.307 oder 10,1 Prozent ab. Die nach EU-Kriterien ermittelte Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat von 4 auf 4,1 %, die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung kletterte auf 6,2 % und lag damit um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

11.533 mehr Frauen als im Vorjahr

Geschlechtsspezifisch betrachtet fiel bei den Frauen der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wesentlich geringer aus als bei den Männern (Frauen: plus 11.533 oder 13,8 %, Männer: plus 21.470 oder 23,5 %). Hintergrund ist der Arbeitslosenzuwachs in den von Männern dominierten Berufsbereichen der Produktions- und Bauberufe.

Branchen

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr waren alle drei großen Berufsbereiche betroffen. Den stärksten relativen Zuwachs gab es im Produktionsbereich (plus 23,3 % oder 11.507). Vom Anstieg waren vor allem die Metall/Elektroberufe und Hilfsberufe betroffen. Im Dienstleistungsbereich stieg die Zahl der Arbeitsuchenden um 22,1 % oder 17.927 Personen. Dort nahm die Arbeitslosigkeit vor allem in Büro-, Handels- und technischen Berufen zu. Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit auch in den Saisonberufen (plus 7,9 % oder 3.482). Während im Fremdenverkehr die Zahl der Jobsuchenden nur geringfügig (plus 999 oder 3,5 %) stieg, nahm die Zahl der Jobsuchenden bei den Bauberufen stark zu (plus 2.247 oder 16,8 %).

Alter: Jüngere mehr betroffen

Nach Alter betrachtet gab es Ende Mai eine Zunahme in allen drei großen Altersgruppen. An relativ stärksten angestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen (plus 5.668 oder 21,8 %). Bei Personen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren stieg die Arbeitslosenzahl um 16.830 oder 18,2 %. Bei den über 45-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit um 10.505 oder 18,6 % zu.

Bundesland Oberöstereich

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr waren alle Bundesländer betroffen. Am relativ stärksten war der Anstieg in Oberösterreich (plus 28,5 %) und in Wien (plus 27 %). Aber auch in Niederösterreich (plus 18,5 %), in Vorarlberg (plus 18,5 %) und im Burgenland (plus 17,1 %) fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit relativ stark aus. Am geringsten war die Zunahme in Tirol (plus 2 %).

Zuwenige Lehrstellen

Ende Mai waren beim AMS 3.048 sofort verfügbare Lehrstellensuchende und 2.848 offene Lehrstellen gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Lehrstellensuchenden (plus 741 oder 32,1 %), während die Zahl der Lehrstellen leicht zurückging (minus 66 oder 2,3 %). Im Mai wurden vom AMS 2.746 Lehrstellensuchende vermittelt, um 296 mehr als im Vorjahr. (red)

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