Schickte Haberler den Haberer?

4. Juni 2002, 11:13
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Vize-Landesobmann der FPÖ-Niederösterreich soll sich beim Vaterschaftstest vertreten lassen haben - Vorverfahren eingeleitet

Wiener Neustadt - Gegen Wolfgang Haberler, den stellvertretenden Landesobmann der NÖ Freiheitlichen, sind gerichtliche Vorerhebungen eingeleitet worden. Der 37-Jährige, der auch Abgeordneter zum NÖ Landtag und Stadtrat in Wiener Neustadt ist, steht laut Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) im Verdacht, sich im vergangenen Jahr bei einem Vaterschaftstest "vertreten" lassen zu haben. Der Politiker sprach gegenüber der Wochenzeitung von einer "nachweislichen Schmutzkübelkampagne".

Vorverfahren eingeleitet

Der Wiener Neustädter Staatsanwalt Karl Weilinger bestätigte am Dienstag, dass es ein Vorverfahren gebe. Haberler werde der Herbeiführung einer unrichtigen Beweisaussage (im Zusammenhang mit einem Gutachten, Anm.) in Verbindung mit dem Gebrauch fremder Ausweise und der Urkundenfälschung verdächtigt. Nach Abschluss der Vorerhebungen werde "zu prüfen sein, ob es zu einem Strafantrag kommt oder nicht hinreichende Gründe zur weiteren Strafverfolgung vorliegen", so Weilinger.

Das Vaterschaftsverfahren vor dem Bezirksgericht Wiener Neustadt "galt im Vorjahr bereits als beendet", schreibt die NÖN (Ausgabe Wiener Neustadt) in ihrer jüngsten Ausgabe. Haberler habe damals ein Gutachten als Beweis vorgelegt, dass er nicht der Vater des inzwischen vier Jahre alten Andreas P. sein könne. Mutter Christine P., ehemals FP-Kollegin des 37-Jährigen, und Rechtsanwalt Rudolf Rammel, früher FP-Gemeinderat, hätten jedoch weiter gekämpft. "Wir haben das Gutachten nicht anerkannt", wird der Jurist zitiert. Die zuständige Bezirksrichterin Martina Knabl-Loube habe den Einwendungen Gehör geschenkt und Haberler zu einer weiteren Blutprobe aufgefordert, die dieser jedoch verweigert habe. Bei einer vereinbarten DNA-Analyse habe der Politiker den Speicheltest abgelehnt und sei auch nicht gewillt gewesen, eine Unterschrift als Schriftprobe zu leisten. Der Fall sei daraufhin an die Staatsanwaltschaft abgetreten worden. Die Folge sind die nun laufenden Vorerhebungen.

Haberler: Beweise fehlen

Haberler sprach gegenüber den NÖN von Behauptungen und davon, dass Beweise fehlen würden. Es gebe in dem Fall bisher zwei negative Blutuntersuchungen. Er selbst sei mit einem Zeugen bei der Blutabnahme gewesen. Er habe alles gemacht, was zumutbar sei, daher habe er keine DNA- und Schriftprobe abgegeben. (APA)

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