Asiengipfel erteilt Unabhängigkeits- bewegungen klare Absage

4. Juni 2002, 12:30
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Indiens Premier hat direktes Gepräch mit Musharraf ausgeschlossen

Almaty - Die Teilnehmer des asiatischen Sicherheitsgipfels in Kasachstan haben Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region eine klare Absage erteilt. Separatismus sei eine der größten Gefahren für die Stabilität in Asien, hieß es in einer am Dienstag in Almaty auch von Indien und Pakistan unterzeichneten Erklärung. "Die Mitgliedstaaten der Konferenz über Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) werden keine Unabhängigkeitsbewegung auf dem Territorium eines anderen Mitgliedstaates unterstützen", hieß es in der Erklärung.

Neu Delhi beschuldigt Islamabad, moslemische Rebellen im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Ein direktes Gespräch mit Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf auf dem Gipfel hatte Indiens Premier Atal Behari Vajpayee aus diesem Grund ausgeschlossen.

Erklärung von Almaty verurteilt Terrorismus

Die 16 CICA-Mitglieder bekräftigten in der Erklärung von Almaty, dass sie "ihre Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus koordinieren" wollen. Terroristen werde weder Schutz noch Unterschlupf gewährt, hieß es weiter. Zugleich dürfe keine Fremdherrschaft über besetzte Territorien geduldet werden, hatte Musharraf zuvor mit Blick auf die Kaschmir-Frage vor den Gipfelteilnehmern betont. Der russische Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Jiang Zemin wollten sich am Dienstag um Vermittlung im Kaschmir-Konflikt bemühen und in getrennten Gesprächen mit Musharraf und Vajpayee zusammenkommen.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, hatten sich in den vergangenen Monaten verschärft. Kaschmir ist zwischen beiden Ländern geteilt, auch China hält einen kleinen Teil der Himalaya-Region besetzt. (APA)

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