Suizidversuch vor Mordprozess

4. Juni 2002, 19:50
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U-Häftling sammelte Tabletten

Linz - Der für Dienstag vorgesehene Prozessauftakt um den Vergiftungstod zweier Teenager aus Perg musste auf Mittwoch vertagt werden. Grund: Einer der drei Angeklagten hatte in der Nacht im Gefängnis einen Selbstmordversuch mit Tabletten unternommen. Er wurde im AKH Linz behandelt, war zwar außer Lebensgefahr aber nicht verhandlungsfähig.

Der 23-jährige hatte ein gutes Dutzend Tabletten verschluckt, die er in den vergangenen Wochen gesammelt haben dürfte, wie der Leiter des Landesgerichtlichen Gefangenenhauses in Linz, Erich Hirsch, erklärte. Den Vorfall habe man nicht verhindern können, der U-Häftling habe keine Suizidabsichten erkennen lassen. Hirsch: "Er hatte zwar etwas Angst vor dem Prozess und bekam Antidepressiva. Das kommt aber öfter vor." Wie es dem Häftling gelang, die unter Aufsicht einzunehmenden Tabletten zu sammeln, war noch unklar.

Wie berichtet, wird ihm und zwei 16-jährigen Doppelmord vorgeworfen. Das Trio gab im Sommer 2001 einem 16-jährigen und dessen 13-jähriger Freundin unter dem Vorwand, es sei Ecstasy, Strychnin (Rattengift). Beide starben qualvoll. Die Gefährlichkeit des Stoffes dürfte den Angeklagten durch eigene Recherchen bewusst gewesen sein. Während des Todeskampfes des Mädchens soll sich der 23-jährige außerdem noch an dem Opfer vergangen haben. (moe/DER STANDARD, Printausgabe 05.06.2002)

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