Minister zwischen Rosenbüschen

4. Juni 2002, 13:31
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VP inszeniert sich zum Auftakt einer Vorwahltour durch Österreich

Wien - Romantisch rosenumrankt präsentierte sich das ÖVP-Regierungsteam am Montag den Pressefotografen. Sozusagen ein gemeinsamer Kurz-Ausflug vom Bundeskanzleramt in den gegenüber liegenden Volksgarten.

Anlass für die eher ungewöhnliche Inszenierung war der Auftakt zu den "Österreichtagen" der Volkspartei, in deren Rahmen sich in den nächsten Tagen (nach bisheriger Freiheitlichen-Manier) die einzelnen Regierungsmitglieder dem Volke stellen werden.

Sprich: Klubobmann Andreas Khol besucht ein Eltern-Kind-Zentrum, der Landwirtschaftsminister ein Altenheim, die Bildungsministerin ein Behindertendorf und der Bundeskanzler samt Generalsekretärin die Landesfrauenklinik. Das ist ein Teil der für heute, Dienstag, geplanten Termine in Oberösterreich, es folgen die schwarzen Kernländer Steiermark, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Niederösterreich, in denen jeweils ein inhaltlicher Schwerpunkt gesetzt sowie eine Pressekonferenz und am Abend eine Großveranstaltung abgehalten werden.

Das Ganze läuft bis 11. Juni, rein zufällig rund um den Parteitag des Koalitionspartners drapiert, der am Sonntag über die Bühne gehen wird.

"Schaut ja gar nicht nach Wahlkampf aus", versuchte DER STANDARD den Bundeskanzler zu provozieren. "Überhaupt nicht", gab der ungerührt zurück. "Es geht um Information."

Eine Information ganz spezieller Art versuchten gleichzeitig zwei einsame Transparentträger - diskret bewacht von Sicherheitsbeamten des Kanzleramtes - zu vermitteln: "Wir fordern die Rücknahme des UG" (das kürzlich beschlossene Universitätsgesetz, Anm.) stand darauf zu lesen. Man hielt allerdings schüchternen Abstand zur Regierungscrew.

Die verteilte sich, von Flora-und Fauna-Kenner Klubobmann Khol fachkundig angeleitet, indessen zwischen den Rosenbüschen. Nur die Blasmusik fehlte noch. (mon/DER STANDARD, Printausgabe, 4.6.2002)

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