Fortschritte bei Premiere-Verhandlungen mit US-Studios

3. Juni 2002, 17:40
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Unternehmenskreise: Ergebnisse bis Mitte Juni angepeilt

Der angeschlagene Kirch-PayTV-Sender Premiere hat bei den Verhandlungen mit US-Filmstudios über eine Preissenkung für Spielfilm-Rechte nach Angaben aus Unternehmenskreisen Fortschritte erzielt, seine Vorstellungen aber noch nicht ganz verwirklicht.

"Noch nicht am Ziel"

"Es hat Fortschritte gegeben, aber wir sind noch nicht am Ziel", hieß es am Montag aus den Kreisen. Bis Mitte Juni wolle Premiere-Chef Georg Kofler wie angekündigt aber Ergebnisse vorweisen. Mit den Gläubigerbanken Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank (HVB) habe Kofler am Montag über die notwendige Zwischenfinanzierung von bis zu 60 Millionen Euro verhandelt und dabei sein Konzept zur Fortführung des Senders in Grundzügen vorgestellt. Entscheidungen seien aber keine gefallen, hieß es. Die Vertreter der Banken würden vermutlich am Dienstag ihren Vorständen bei den routinemäßigen Sitzungen von den Gesprächen berichten. Sprecher von Premiere und der HVB lehnten einen Kommentar zu den Verhandlungen ab.

Kofler versucht nach dem Insolvenzantrag der Premiere-Muttergesellschaft KirchPayTV, den defizitären Abo-Sender vor dem Gang zum Insolvenzrichter zu bewahren. Bis zum Einstieg neuer Investoren, der im Sommer angepeilt ist, benötigt Premiere aber noch eine Finanzspritze der Banken, um zu überleben. Für eine mittelfristige Fortführung des Geschäfts ist nach der Ansicht Koflers vor allem eine drastische Reduzierung der Kosten für Film- und Sportrechte nötig, über die er seit Wochen mit US-Studios wie Warner Brothers, Paramount oder Universal Pictures verhandelt.

Selbst eine Insolvenz von Premiere bedeute nicht automatisch das Abschalten des Senders, betonte ein Sprecher. Kofler hatte Anfang Mai erklärt, das Geld reiche auf jeden Fall noch bis Ende Juni. (APA/Reuters)

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