Palmers-Gruppe hat Fürnkranz im Visier

3. Juni 2002, 17:38
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Über Don Gil an Totalübernahme des Wiener Modehauses interessiert

Wien - Der Wäschekonzern Palmers steht vor der Erweiterung seines Textilimperiums. Nach Informationen des "WirtschaftsBlattes" soll die Palmers-Tochter Don Gil das traditionsreiche Wiener Modehaus Fürnkranz zur Gänze übernehmen.

Nach der Übernahme des Konkurrenten Gazelle im Jahr 1999, des Traditionshauses Braun & Co. am Wiener Graben im Jahr 2000 und von Maldone im vergangenen Jahr wolle sich Palmers nun auch das Familienunternehmen Fürnkranz einverleiben, schreibt die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe. Konkret solle das über die 100-Prozent-Tochter Don Gil geschehen. Don Gil ist mit rund 40 Eigen- und Franchise-Filialen österreichweit vertreten und erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 50 Mill. Euro bei einem leicht positiven Ergebnis. Mit etwa 350 Mitarbeitern hat sich Don Gil in erster Linie auf moderne Herrenmode konzentriert.

Verstaubtes Image

Fürnkranz betreibt 12 Filialen ausschließlich in Wien und hatte in den letzten Jahren mit einem etwas verstaubten Image zu kämpfen, weshalb der Zeitung zufolge der Umsatz in den letzten zwei Jahren um 20 Prozent auf rund 30 Mill. Euro zurückgegangen sein soll. Auch der Personalstand habe sich von 350 auf 280 Mitarbeiter reduziert. Obwohl die Familie Fürnkranz nie etwas von Verkauf wissen wollte, sei in der Branche bekannt, dass das Textilunternehmen zuletzt verstärkt nach einem Partner suchte, heißt es in dem Bericht, demzufolge auch interne Familien- und Generationskonflikte die Entscheidung zum Verkauf forciert haben dürften.

Offiziell wollten die beiden Beteiligten die Pläne nicht bestätigen, die Gespräche dürften aber kurz vor dem Abschluss stehen, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Palmers-Sprecherin Anna Straberger sagt nur: "Die beiden Familien Palmers und Fürnkranz sind seit Jahren gut befreundet."

Von einer Partnersuche bei Fürnkranz hatte vor dem Wochenende auch das Magazin "Format" berichtet. Das Magazin bezog sich auf ein diesbezügliches, von dem Wiener Beratungsunternehmen Contrast an potenzielle Finanzinvestoren verschicktes Memorandum. (APA)

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