Ersatzteillager Embryo

3. Juni 2002, 18:59
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Umstrittenes Klonexperiment - aus Stammzellen gezüchtetes Gewebe in Kühe eingepflanzt

Worcester - Forscher der US-Firma Advanced Cell Technology (ACT), Worcester, haben an Rindern ein Verfahren angewandt, vor dessen Übertragung auf Menschen der Ethikrat von ACT dringlich warnt: Das Züchten von Embryos als Ersatzteillager.

Dabei geht es um "therapeutisches Klonen", das Transplantate aus dem Körper des Empfängers selbst gewinnen will: Man überträgt aus einer seiner Zellen den Kern - dort sitzt der Großteil der Erbinformation (DNA) - in ein entkerntes Ei. Aus dem Embryo soll das Transplantat gewonnen werden. Aber wie in allen Zellen gibt es auch im Ei noch andere DNA ("mitochondriale"), die nicht ausgetauscht wird und eine Immunabwehr auslösen könnte. Dass das nicht passiert, haben die Forscher an Rindern gezeigt, denen sie mit Implantaten verschiedene Gewebe wachsen ließen, selbst kleine Nieren.

Aber dazu mussten die Embryos so lange reifen - sechs Wochen -, bis sie selbst die verschiedenen Gewebe hatten. "An Menschen sollte das nie getan werden", mahnen die ACT-Ethiker, "länger als 14 Tage dürfen ihre Embryos nicht kultiviert werden." (jl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. 6. 2002)

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