RHI: Engineering-Bereich verkauft

3. Juni 2002, 19:03
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An Deutsche Beteiligungs AG

Wien - Der börsenotierte Feuerfest- und Baustoffkonzern RHI verkauft seinen Engineering-Bereich, ausgenommen die Armaturengruppe, an die Deutsche Beteiligungs AG. Entgegen erster Angaben handelt es sich um kein Management-buy-out (MBO), sondern um eine 100-prozentige Übernahme durch die DBAG. In einem zweiten Schritt soll jedoch das Management an der übernommenen Engineering-Gruppe eine Beteiligungsquote von 7,5 Prozent erhalten. Der Vollzug der Verträge erfolgt erst nach der Zustimmung der Kartellbehörden.

Die Unternehmensgruppe Engineering, die bei RHI als nicht zum Kernbereich gehörend eingestuft wurde, erzielte 2001 mit 780 Mitarbeitern einen Weltumsatz von über 230 Mill. Euro, hievon wurden 195 Mill. Euro in der RHI-Konzernbilanz konsolidiert.

Sechs Geschäftsbereiche

Im einzelnen gibt RHI folgende neun Unternehmen aus sechs Geschäftsbereichen ab: Didier-M&P Energietechnik GmbH (Anteil 66,67 Prozent) aus Mainz-Kastel (Winderhitzer für Hochofenanlagen), Maerz-Gautschi GmbH aus Düsseldorf (Industrieofenanlagen für die Stahl-, Aluminium und Kupferindustrie), Kaefer Raco Engineering GmbH aus Bremen und Bachmann Industries Inc. aus USA (Komponenten und Systeme für Gaskraftwerke), Maerz Ofenbau AG aus der Schweiz und Cimprogetti SpA aus Italien (Ofenanlagen zum Brennen von Kalkstein), Teile der Zimmermann & Jansen Gruppe sowie Hermann Rappold GmbH, beide aus Düren (Industrielle Armaturen) sowie die StrikoWestofen GmbH (Anteil 58 Prozent) aus Wiehl (Schmelz- und Dosierofenanlagen für die Leichtmetallindustrie).

Von Garantieverpflichtungen entbunden

Als ein wichtiges Element beim heute endgültig perfekt gemachten Verkauf bezeichnete RHI-Chef Helmut Draxler, dass der RHI-Konzern von Garantieverpflichtungen in Höhe von 65 Mill. Euro entbunden werde. Weiters habe RHI aus dem Verkauf 40 Mill. Liquidität gewonnen, davon fällt die Hälfte bei der deutschen Didier Werke AG an. "Gewährleistungen im Anlagenbau sind ein heikles Feld, das überlassen wir jetzt Profis zur weiteren Entwicklung", so Draxler. Vom Geschäftsfeld Engineering, das zum Großteil mit der Übernahme der Deutschen Didier in der ersten Hälfte der 90er-Jahre zum RHI-Konzern gekommen war, sei jetzt noch die Armaturengruppe Perrin bei RHI, die 15 bis 20 Mill. Euro Umsatz erziele und ebenfalls verkauft werde.

"Die Armaturengruppe passt auch nicht in unser Gesamtkonzept", sagte Draxler, mit deren Verkauf könne sich RHI aber Zeit lassen. Gespräche mit Interessenten gebe es wegen der Villas-Isoliergruppe, die bereits im Vorjahr als Vedag-Villas an eine MBO-Gruppe um Georg Khevenhüller-Metsch verkauft worden war, aber mangels finanzieller Bedeckung des Kaufpreises von RHI teilweise wieder zurückgenommen wurde. Die Villas-Gruppe umfasst Isolierstofffirmen in Österreich, Ungarn sowie eine Dachdeckergruppe.

Im Zuge der Fokussierung des RHI-Konzerns auf das Feuerfestgeschäft bereits im Gang ist die Sanierung des Geschäftsfeldes Dämmen (Heraklith), das für eine Partnerschaft hergerichtet wird. Draxler erwartet die Trennung von diesem Geschäftsbereich aber erst für 2003 oder 2004, derzeit gebe es keinerlei Gespräche mit Interessenten. (APA)

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