Mobilkom Austria startet mit SMS-Nachfolger MMS

3. Juni 2002, 14:32
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Problem: Kaum Handys und hohe Kosten

Am Dienstag startet die Mobilkom Austria als erster österreichischer Mobilfunkanbieter mit MMS (Multimedia Message Service), der Nachfolgetechnologie der SMS-Kurzmitteilung. Die anderen Mobilfunker sollen in ein bis zwei Monaten folgen. Konnte man dank SMS schon jetzt mit dem Handy nicht nur telefonieren sondern auch Texte versenden, können künftig mittels MMS auch Bilder verschickt und anschließend am Handy gespeichert werden. Das Mobiltelefon wird damit quasi zum Fotoalbum.

"Killerapplikation"

Die SMS hat sich in den letzten Jahren zur wahren "Killerapplikation" entwickelt. Allein in Österreich werden mittlerweile 10 Millionen SMS pro Tag verschickt. Bei MMS gibt sich Branche aber noch vorsichtiger. Das Marktforschungsunternehmen Forrester rechnet damit, dass bis 2007 erst 37 Prozent der Umsätze aus Datendiensten mit MMS lukriert werden.

Nur ein MMS-Handy

Thomas Lutz, Chef des österreichischen Telekomsoftware-Entwicklers Universal Communication Plattform AG (ucp), die unter anderem die Internet-SMS-Plattofrm "sms.at" betreibt, hält selbst das für eine großzügige Schätzung. Nicht zuletzt endgerätebedingt - derzeit gibt es nur ein MMS-Handy im Business-Preissegment am Markt - würde damit zunächst nur ein "irrsinnig kleiner Markt" bedient. "Zumindest bis Ende dieses Jahres wird MMS umsatzmäßig ein Nischenthema bleiben", sagte Lutz am Montag vor Journalisten.

Problemfaktor: Kosten

Als Problemfaktor bezeichnete Lutz unter anderem die Kosten. Diese werden laut ucp-Chef bei rund 1 bis 1,5 Euro je Bild-Botschaft liegen. "Das ist der Preis, den die Kunden zu zahlen bereit sind", meint Lutz.

Unter 1 Euro pro MMS

Die Mobilkom will ihre Preise morgen bekannt geben. T-Mobile (vormals max.mobil) wird laut Unternehmenssprecher Franz Hartl voraussichtlich unter 1 Euro pro MMS verlangen. Die Modelle zur Verrechnung - ob pro MMS oder nach Datenvolumen abgerechnet werde - seien aber noch nicht fixiert, so Hartl.

Schnittstelle

ucp will bei MMS als Internetschnittstelle profitieren. MMS-Handybenutzer könnten ihre Bilder auf die Internethomepage schicken und via Bild-SMS oder E-Mail auch auf nicht MMS-taugliche Geräte weiterleiten. Schon jetzt würden pro Tag von ucp-Seiten aus 5.000 bis 10.000 Bilder pro Tag aufs Handy verschickt. Rund ein Drittel davon seien bereits selbst angefertigte Bilder. Bis Ende des Jahres will ucp die Zahl der versendeten Bildnachrichten verdoppeln.(APA)

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