Telekom Austria kauft A1 zurück

5. Juni 2002, 18:44
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Telecom Italia gibt bis zu 15 Prozent an TA ab - Zweiter Börsengang im Herbst

Wien - Der schon länger verhandelte Rückzug der Telecom Italia (TI) aus Österreich wird nun konkret: Die Telekom Austria (TA) kauft als Teil eines "Gesamtpaketes" für kolportierte 700 bis 730 Millionen Euro ihre Mobilfunktochter A1 Mobilkom zur Gänze zurück. Die Italiener geben damit ihre Sperrminorität am österreichischen Handymarktführer ab und ziehen sich auch teilweise von ihrer Beteiligung an der TA zurück.

Fixiert werden soll der Deal auf einer Hauptversammlung und anschließenden Aufsichtsratssitzung des TA-Hauptaktionärs ÖIAG sowie einer weiteren Aufsichtsratssitzung der TA am Donnerstag. Letztgültig zuständig ist die TA-Hauptversammlung am 12. Juni. Offizielle Stellungnahmen waren am Dienstag nicht zu erhalten.

Die TI hatte im Herbst 1997 für ihr Mobilkom-Paket von 25 Prozent plus einer Aktie umgerechnet 610 Mio. Euro bezahlt. Bisher war ein Rückkaufpreis von mindestens 800 Mio. Euro vermutet worden; die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney hatte die Mobilkom gar mit einer Milliarde Euro bewertet. Bei der Mobilkom wurde der Rückkauf durch den Mutterkonzern, der schon Donnerstagabend über die Bühne gehen soll, informell bestätigt. Weder vom TA-Hauptaktionär ÖIAG (47,8 Prozent) noch von der Mobilkom oder der TA selbst wurde hingegen der Kaufpreis kommentiert.

TI-Anteil sinkt auf unter 20 Prozent

Teil des Gesamtpaketes ist auch, dass die TI zehn bis 15 Prozent ihrer 29,8 Prozent TA-Anteile abgibt. Dadurch sinkt der TI-Anteil an der Telekom Austria auf unter 20 Prozent. Die TI verliert damit wesentliche Mitspracherechte aus dem bisherigen Syndikatsvertrag. Noch im Herbst dieses Jahres sollen die TI-Aktien über einen zweiten Börsengang der TA ans Publikum gehen. Ob auch die ÖIAG Anteile gemäß der erklärten Privatisierungs-absicht abgibt, ist offen.

"Zwischengeparkt"

Die Mobilkom soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen zuerst für einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren bei der Telekom Austria "zwischengeparkt" werden und danach an einen ausländischen strategischen Partner weiterverkauft werden. (miba, APA, DER STANDARD, Printausgabe 5.6.2002)

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