Umbauarbeiten im Stift Rein fördern prähistorische Funde zutage

3. Juni 2002, 13:08
posten

Über 5000 Jahre alte Siedlungsspuren aus Kupfer- und Bronzezeit

Graz - Umbauarbeiten im Zisterzienserstift Rein haben für Archäologen neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte dieses ältesten Raums um Graz gebracht: Gefunden wurde Keramik aus zwei Perioden, der späten Bronzezeit und der Kupferzeit. Die Ausgrabungsstätte wurde genau dokumentiert, vermessen und fotografiert, die Umbauarbeiten werden demnächst fortgesetzt.

Zur Geschichte

Im Stift Rein wurde Anfang April mit Umbauarbeiten in dem aus dem Jahr 1628 stammenden Klausurtrakt, der noch ein Renaissancebau ist, begonnen. Da das 1129 gegründete Stift auf uraltem Siedlungsboden steht, wurden von vornherein Archäologen beigezogen. Die Grabungsarbeiten führte Gerald Fuchs mit seinem Team durch, man wurde tatsächlich fündig: Die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die vorgeschichtlichen Funde wahrscheinlich zwei Perioden angehören, nämlich der späten Bronzezeit (etwa um 1300 v. Chr.) und der Kupferzeit (etwa 4400 bis 3500 v. Chr.). Das heißt, dass sich Siedlungsspuren über 5000 Jahre nachweisen lassen.

In dem Zeitraum von rund fünf Jahrtausenden ist nach Angaben des Archäologen eine drei Meter mächtige Schichtfolge entstanden. Die entdeckten Keramikstücke gehören wahrscheinlich zwei Perioden an. Die Baubefunde aus dem Mittelalter und der Neuzeit werden mindestens vier Bauphasen zugewiesen. Ein darüber hinaus entdecktes massives Mauerfundament von rund eineinhalb Metern Breite stammt wahrscheinlich aus der Gründungszeit des Stiftes.(APA)

Share if you care.