Intensivere Provenienzforschung

4. Juni 2002, 10:56
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Die Stadt Wien plant eine Durchsicht einschlägiger Akten der Opferfürsorge Wien

Wien - Die Stadt Wien verstärkt ihre Tätigkeiten im Bereich der Provenienzforschung von Kunst- und Kulturgegenständen, teilt die Rathauskorrespondenz mit. Konkret geht es um Gegenstände, die vom historischen Museum der Stadt Wien und der Wiener Stadt- und Landesbibliothek erworben worden sind.

Schon seit 1999 werden systematisch Ankäufe der Stadt Wien auf ihre Herkunft untersucht, publiziert und fallweise restituiert. Im April wurde heuer erstmals ein umfassender Restitutionsbericht über die bisherigen Tätigkeiten veröffentlicht. Jetzt werden weitere, über die gesetzliche Grundlage hinaus gehende Schritte gesetzt.

Erwerbungen im Internet gelistet

Während der kommenden Wochen werden alle Erwerbungen, die durch die Museen der Stadt Wien und vom Dorotheum während der NS-Zeit getätigt wurden, ins Internet gestellt. Gleichzeitig planen die Museen der Stadt Wien die Durchsicht der einschlägigen Akten der Opferfürsorge Wien. Über dieses Archiv, das personenbezogene Daten über Opfer der Nazizeit enthält, könnten sich auch Hinweise auf mögliche Ansprüche finden.

Die Stadt- und Landesbibliothek will unter den Ankäufen von Handschriften und Musikalien nach 1945 Personen und Firmen überprüfen, die während der NS-Zeit besonders aktiv waren und daher möglicherweise während der NS-Zeit unredlich erworbene Bestände weiterverkauft haben. Dieses Projekt soll ins Zusammenarbeit mit der Universität Wien durchgeführt werden. (APA)

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