Napster beim Konkursrichter

3. Juni 2002, 15:27
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Antrag auf Gläubigerschutz im Rahmen des Chapter 11 des US-Konkursrechtes gestellt

Wilmington - Die US-Musiktauschbörse Napster Inc. hat bei einem Gericht in Delaware Konkursantrag gestellt. Der Antrag erfolgt im Rahmen des Kapitel Elf des US-Konkursrechtes. Dies hat die US- Wirtschaftsagentur "Bloomberg" am Montag berichtet.

Weiterführung

Kapitel Elf ermöglicht eine Weiterführung der Geschäfte. Napster hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass das Unternehmen seine Vermögenswerte an Bertelsmann verkaufen wird. Bertelsmann wollte den Napster-Gläubigern dafür 8 Mill. Dollar (8,52 Mill. Euro) zahlen. Bertelsmann hatte zuvor bereits 85 Mill. Dollar an Napster überwiesen, um die Gesellschaft am Leben zu erhalten.

Napster, die einst populärste Musiktauschbörse mit 67 Millionen Nutzern in aller Welt, musste auf richterliche Anordnung seinen kostenlosen Dienst einstellen. Die weltgrößten Musikfirmen, darunter auch Bertelsmann, hatten das Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzung erfolgreich verklagt. Darauf war Napster im vergangenen Jahr vom Netz gegangen. Inzwischen sind aber andere kostenfreie Musiktausch-Netze wie Kazaa mit großem Erfolg in die Bresche gesprungen.

Gebührenpflichtiger Abo-Dienst

Bertelsmann will Napster in einen gebührenpflichtigen Abo-Dienst umwandeln. Napster-Chef Konrad Hilbers, der nach ursprünglich geplatzten Kaufverhandlungen kurzfristig zurückgetreten war, war dann wenige Tage später ebenso wie Napster-Gründer Shawn Fanning zu dem Unternehmen zurückgekehrt, als sich Napster und Bertelsmann handelseinig geworden waren. Napster muss für seinen geplanten kostenpflichtigen Musikdienst erst Musiklizenzen von den großen Musikfirmen erhalten. Ob sich die anderen großen Musikfirmen AOL Time Warner, Vivendi Universal, Sony und EMI hierauf einlassen, ist noch nicht sicher. (APA/dpa)

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