Englands Medien über Auftakt enttäuscht

3. Juni 2002, 11:35
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"Halbherzig, halb fit und auf dem halben Weg nach Hause."

Saitama - Nach dem enttäuschenden WM-Start haben Englands Medien Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson zum Sündenbock gestempelt. "Spielt weiter so, und wir sind draußen", urteilte das Boulevard-Blatt "The Sun", und auch der seriöse "Guardian" zog nach dem 1:1 gegen Schweden ein schonungsloses Fazit: "Halbherzig, halb fit und auf dem halben Weg nach Hause."

Wie "Zehnt-Klässler, die sich zur Maturaprüfung verirrt haben", wirkte der Auftritt gegen die ebenso biederen Schweden, befand der "Guardian". Unmut regt sich in England gegen Eriksson, der entgegen der in ihn gesetzten Erwartungen mit typisch britischem "Hau-Ruck-Stil" agieren ließ. "Ist er etwa ein verkleideter Graham Taylor?", unterstellte die "Sun" Parallelen zu dem nach verpasster WM-Qualifikation 1994 entlassenen und von den Medien stets hart attackierten früheren Nationalcoach.

Besonders die Auswechslung des agilen Darius Vassell sorgte für Unverständnis. Und auch die Herausnahme Beckhams in einer entscheidenden Phase, "obwohl er nur müde und nicht verletzt war" ("The Independent"), wurde kritisch kommentiert. Schon nach einem Spiel bei der WM in Asien kursieren Gerüchte, Eriksson werde nach 16 Monaten im Amt als Nationaltrainer mehr oder weniger freiwillig zurücktreten.(APA)

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