France Telecom überdenkt Verkauf von Wind-Anteil

3. Juni 2002, 10:25
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Falls Enel als Wind-Mehrheitseigentümer Strategie ändert - Geplanter Börsegang des italienischen Telekomanbieters sollte auch France-Telecom-Schulden abbauen helfen

Die France Telecom SA, Paris, überdenkt die Veräußerung ihres 26,6-prozentigen Anteils an dem italienischen Telekommunikationsanbieter Wind. Die "Financial Times" schreibt, Grund sei eine Umbesetzung im Management des Wind-Mehrheitseigners Ente Nazionale Energia Elettrica SpA (Enel), Rom. Der Vorstandsvorsitzende von France Telecom, Michael Bon, sagte im Gespräch mit der Zeitung, falls die neue Führung die Strategie für das italienische Konsortium ändere, "könnten die Dinge anders aussehen".

Vorspiel

Im März hatte der französische Telekommunikationsanbieter angekündigt, er werde seinen Anteil an Wind verkaufen. Zu dieser Zeit wurde die Gesellschaft auf einen Börsengang vorbereitet, der nach Meinung von Analysten ein Volumen von 15 Milliarden Euro erreichen könnte. Der Verkauf des Anteils sei ein angemessener Schritt, um die Verbindlichkeiten von France Telecom, die 60,7 Milliarden Euro betragen, zu vermindern, meinten viele Marktbeobachter. Zwar wolle France Telecom ihren Anteil weiterhin veräußern, sagte am Wochenende ein Sprecher des Konzerns. Jedoch hänge die Art und Weise des Verkaufs nun von der Strategie des neuen Managements ab, schränkte er ein.

Gerüchteküche

Allerdings haben bis jetzt offensichtlich noch keine Gespräche zwischen Bon und dem neuen CEO von Enel, Paolo Scaroni, statt gefunden. Gerüchten zufolge könnte Wind in zwei Teile aufgespalten werden: den Festnetzbereich und die Mobilfunksparte. Dann könnte es möglich sein, dass France Telecom durch einen Tausch ihres Festnetzanteils eine Kontrolle des Mobilfunkarms anstrebe, ist zu hören. Denn dies passe gut zur europäischen Strategie des Konzerns, begründen Anhänger dieser Theorie ihre Spekulationen. Sie verweisen dabei auf die Bemühungen von France Telecom, die Kontrolle über den deutschen Mobilfunkanbieter MobilCom AG zu erlangen. (APA)

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