Konkurrenz für Frankfurter Börse

3. Juni 2002, 09:30
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Nasdaq und deutsche Banken planen Gründung von Börse - Eine Entscheidung soll bis spätestens Ende Juni fallen

Frankfurt - Die Deutsche Börse muss nach Informationen des "Wall Street Journal Europe" mit massiver Konkurrenz beim Handel mit Aktien und Wertpapieren rechnen. Die elektronische US-Börse Nasdaq und drei deutsche Großbanken seien kurz davor, eine neue elektronische Handelsplattform zu gründen, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Commerzbank und Dresdner Bank hätten bereits mündlich eingewilligt, sich der Nasdaq Europe und ihren Partnern, den Regionalbörsen in Berlin und Bremen, anzuschließen. Auch die HypoVereinsbank, Mutter der Bank Austria, habe Interesse signalisiert, wollte aber zunächst einen Alternativvorschlag der Münchner Börse prüfen.

Eine Entscheidung soll bis spätestens Ende Juni fallen, berichtete die Zeitung. Bis dahin habe die Nasdaq eine schriftliche Bestätigung der Beteiligung an der neuen Handelsplattform verlangt. Der Nasdaq-Vorschlag sieht demnach den Start des neuen Handelsplatzes im Jänner kommenden Jahres vor. An der Alternativ-Börse sollten zunächst 300 Werte aus den USA und Deutschland gehandelt werden. Später sollten bis zu 3.000 Firmen notiert sein. Die Rolle der Banken sei es, genügend Liquidität bereitzustellen, damit der Markt in der Anfangsphase lebensfähig und interessant für Privatanleger bleibe. Nasdaq Europe wolle 50 Prozent an der neuen Börse halten, die Banken und die Regionalbörsen Berlin und Bremen jeweils zehn Prozent.(APA)

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