Voestalpine: Komplette Systemkompetenz für Autokarosserien

3. Juni 2002, 14:09
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Tochter übernimmt Mehrheit an Horst Matzner

Wien/Linz - Der Voestalpine-Konzern verfügt in seiner Division motion jetzt über die komplette Wertschöpfungskette zur Herstellung von Autokarosserien. Mit der heute bekannt gegebenen Übernahme von 80 Prozent des deutschen Karosserieschneiders Horst Matzner Holding könne voestalpine eine Autokarosserie beginnend beim Vormaterial Stahl über die verformten Platinen bis hin zum Zusammenbau der Blechteile erzeugen, dazu noch ergänzt um die Alternativwerkstoffe Aluminium und Kunststoff. Der aktuelle Jahresumsatz der Division motion erreicht inklusive Matzner über 600 Mill. Euro, wenn mit dem laufenden Geschäftsjahr 2002/03 die vorjährigen Neuerwerbungen wie die niederländische Polynorm (350 Mill. Euro Umsatz), der britische Präzisrohrfertiger Elmsteel (über 30 Mill. Euro Umsatz) und jetzt Matzner (50 Mill. Euro Umsatz) voll konsolidiert sind.

Im Geschäftsjahr 2001/02, zu dem Voestalpine am kommenden Freitag in Wien die Bilanzpressekonferenz gibt, lag der motion-Umsatz mit 170 Mill. Euro noch deutlich niedriger. Binnen einem Jahr wurde von Null weg das aktuelle Umsatzvolumen von über 600 Mill. Euro aufgebaut, das nach bisherigen Angaben vor allem durch Akquisitionen bis 2005/06 auf rund 1,5 Mrd. Euro gesteigert werden soll.

Tochter übernimmt Mehrheit an Horst Matzner

Die Akquisition der Matzner Holding AG, die bereits unterschrieben ist, wird noch im laufenden Juni umgesetzt, sagte voestalpine-Sprecher Wilhelm Nitterl. Matzner sei ein auf die Automobilindustrie, schwerpunktmäßig Karosserien und Chassis, fokussiertes Engineeringunternehmen mit etwas mehr als 600 Mitarbeitern, die zum Teil bei Autoherstellern sitzen, deren Standort Nitterl aber nicht nannte. Dieses Ingenieur-Know-how, das von der Konzeptentwicklung über die Konstruktion von Karosserien und Chassis, die Vorrichtungs- und Werkzeugkonstruktion bis zur Fertigung von Prototypenteilen reicht, habe voestalpine motion zur Komplettierung noch gefehlt.

Der Trend, dass Autohersteller zunehmend industrielle Aufgabenbereiche auslagern, stärke die strategische Position der voestalpine motion. Es gebe bereits Autohersteller, die ihre Kompetenz auf das Motor-Management beschränken und alle anderen Aufgaben zukaufen. Andere Autoerzeuger seien dagegen bestrebt, noch mehr an Kernkompetenzen zu behalten.

Voestalpine notierten am Montag zur Eröffnung in Wien mit 33,60 um 0,24 Prozent leicht schwächer als am vergangenen Freitag. (APA)

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