Kolumbien: mindestens 49 Tote bei schweren Zusammenstößen

3. Juni 2002, 08:25
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Gefechte zwischen linken Guerillakämpfern und Armee

Bogota - Bei Gefechten zwischen linken Guerillakämpfern und der Armee sowie bei Anschlägen sind in Kolumbien nach offiziellen Angaben in den vergangenen Tagen mindestens 49 Menschen getötet worden. Rund 30 Guerillakämpfer und drei Soldaten seien bei dreitägigen Gefechten bei Doncello in der südlichen Region Caqueta getötet worden, teilte die Armee am Sonntag (Ortszeit) mit.

In Chigorodo in der nördlichen Region Uraba seien neun Menschen, darunter sieben Kinder, bei einem Bombenanschlag auf ein Wohnhaus von Polizisten in einer Kaserne getötet worden. Die Polizei machte die linke Guerilla-Gruppe FARC ("Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens") dafür verantwortlich. Sieben Menschen starben den Angaben zufolge, als vermutlich Angehörige rechter paramilitärischer Einheiten einen Sprengsatz in ein Lokal in Corinto im der südwestlichen Provinz Cauca warfen.

Bürgerkrieg seit 1964

Der seit 1964 andauernde Bürgerkrieg ist nach dem Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen wieder voll entbrannt. Die Region Caqueta liegt an der Grenze zum Rückzugsgebiet der FARC. Die Regierung hatte im Februar wieder Soldaten in die entmilitarisierte Zone geschickt, nachdem drei Jahre dauernde Friedensverhandlungen gescheitert waren. Bei den jüngsten Gefechten setzte die Armee nach eigenen Angaben Hubschrauber und Kampfflugzeuge gegen die Stellungen von rund 1.000 FARC-Kämpfern ein. Allein im vergangenen Jahrzehnt wurden rund 40.000 Menschen getötet, seit Beginn des Bürgerkrieges schätzungsweise mehr als 200.000. Die FARC ist die älteste lateinamerikanischen Guerillagruppe und verfügt über schätzungsweise 17.000 Kämpfer.

Die FARC versucht, in der strategisch wichtigen Region Uraba wieder Fuß zu fassen. Die wichtige Anbauregion für Bananen ist in den vergangenen Jahren unter Kontrolle rechter paramilitärischer Gruppen und Todesschwadronen geraten. Menschenrechtsgruppen werfen ihnen vor, häufig gemeinsame Sache mit Teilen der regulären Armee zu machen. Sowohl die FARC als auch rechte Gruppen finanzieren sich zunehmend durch Kokainhandel und werden von den USA als terroristische Gruppen eingestuft. (APA/Reuters)

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