Vajpayee und Musharraf bei Asien-Gipfel in Kasachstan

3. Juni 2002, 14:35
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Russland und China wollen vermitteln - Indien will nicht über Kaschmir-Konflikt reden, Pakistan schon

Almaty - In der früheren kasachischen Hauptstadt Almaty beginnt am Montag ein dreitägiger Sicherheitsgipfel asiatischer Staaten, an dem auch der indische Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee und der pakistanische Präsident Pervez Musharraf teilnehmen werden. Ungeachtet der internationalen Appelle zum Dialog schloss Vajpayee ein Gespräch mit Musharraf über den Kaschmir-Konflikt aber aus.

Die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angebotene Vermittlung schlug Indien zunächst aus. An dem Gipfel über vertrauensbildende Maßnahmen nehmen Vertreter von 16 asiatischen Staaten teil. Das Treffen dauert bis Mittwoch.

Vor Beginn des Asiengipfels in Kasachstan hat Russland jedoch sein Engagement zur Beendigung der Kaschmir-Krise zwischen Indien und Pakistan noch einmal bekräftigt. "Der russische Präsident wird in Almaty in Einzelgesprächen mit Pervez Musharraf und Ministerpräsident Vajpayee zusammentreffen", bestätigte Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Für das Gipfeltreffen am Dienstag haben auch der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin und weitere asiatische Staatsführer zugesagt.

Der Gastgeber, der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew, forderte Vajpayee und Musharraf zum direktem Gespräch in Almaty auf. "Indien und Pakistan müssen nach einer Möglichkeit suchen, die Spannungen zu lösen und den Konflikt mit friedlichen Mitteln beizulegen", hieß es in einer am Montag verbreiteten Presseerklärung.

Vor dem Gipfeltreffen unterzeichnete Vajpayee am Montag in Almaty ein indisch-kasachisches Rüstungsabkommen, über dessen Inhalt nichts mitgeteilt wurde. Musharraf bekräftigte vor seinem Abflug nach Almaty bei einem offiziellen Besuch in Tadschikistan, sein Land wolle Frieden mit Indien. Er beschuldigte den Nachbarn aber zugleich, durch einen Truppenaufmarsch das Kriegsrisiko zu erhöhen. Ein direktes Treffen Vajpayees und Musharrafs in Almaty galt als unwahrscheinlich.

Auch China will vermitteln

Der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin wird auf dem Asiengipfel in Kasachstan auch mit dem pakistanischen Militärführer Pervez Musharraf und dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee zusammentreffen. Der chinesische Präsident flog am Dienstag von Peking nach Almaty, wo die getrennten Begegnungen mit den beiden Kontrahenten nach Angaben des Außenministeriums bereits vorab vereinbart worden sind.

Musharraf bekräftigt Willen zu "bedingungslosem Treffen" mit Vajpayee

Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf hat seine Bereitschaft zu einem Treffen mit dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee im Kaschmir-Konflikt bekräftigt. "Es gibt keine Bedingungen. Die Hauptsache ist, dass Indien zu einem Dialog bereit ist", sagte Musharraf am Montag vor der Presse in Almaty nach einem Treffen mit Kasachstans Präsidenten Nursultan Nasarbajew. (APA)

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