Slowakische TV-Redakteure verweigern Sendungsmoderation

2. Juni 2002, 21:56
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Diskussion mit Oppositionspolitiker Rusko abgelehnt

Die Redakteure des staatlichen Slowakischen Fernsehens (STV) haben die Moderation der wöchentlichen Sonntagsdiskussion abgelehnt. Sie protestierten damit gegen die Forderung der Fernsehleitung, den Oppositionspolitiker Pavol Rusko, den Vorsitzenden der oppositionellen Allianz des neuen Bürgers (ANO), in die Sendung einzuladen. Der stellvertretende STV-Chefredakteur Igor Zemanovic, kritisierte die Aktion der Redakteure als schwere Pflichtverletzung.

"Beispiel an Zivilcourage"

Demgegenüber sprach Ministerpräsident Mikulas Dzurinda von einem "Beispiel an Zivilcourage". Ein Vertreter der oppositionellen Bewegung für eine demokratische Slowakei (HZDS), Dusan Jariabek, erklärte, die Protestaktion sei ein "Zeichen für Anarchie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen" und forderte eine Einschaltung des Parlaments.

In der Slowakei gibt es derzeit drei flächendeckende Fernsehstationen: Das öffentlich-rechtliche STV und die beiden kommerziellen Sender Markiza und JOJ. Die Besetzung führenden Positioner in STV ist immer noch von den politischen Verhältnissen in Parlament abhängig. Rusko ist Miteigentümer von Markiza, dem größten Sender des Landes, und verfügt damit über beträchtlichen öffentlichen Einfluss. Die Fernsehstation JOJ, die in März ihren Sendebetrieb aufnahm, ist im Besitz des umstrittenen tschechischen Medienmoguls Vladimir Zelezny, der in Tschechien den größten Fernsehsender Nova betreibt. (APA)

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