Schwangerschaftsabbrüche weltweit

7. Juni 2002, 01:01
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In Ländern mit liberalen Gesetzen ist die Zahl signifikant gesunken

Laut Schätzungen der WHO werden jährlich weltweit 46 Millionen Abtreibungen vorgenommen, davon 20 Millionen unter gesundheitlich gefährlichen Bedingungen. 78.000 Frauen sterben daran, wobei das Nord-Süd-Gefälle - 22 Prozent im Norden und 78 Prozent im Süden - beträchtlich ist. Insgesamt sterben jährlich 600.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt.

Bei der Verteilung der Abbrüche nach Kontinenten steht Asien mit 58 Prozent an erster Stelle. Gefolgt von Europa mit 17 Prozent, Afrika mit 11 Prozent, Lateinamerika und Karibik mit 9 Prozent und 5 Prozent restlichen Ländern. Für die USA gehen die Zahlen auseinander.

Legal - illegal

Die Legalität bzw. Illegalität des Schwangerschatsabbruchs ist der Souveränität der Staaten unterstellt. Von den 193 Staaten der Welt gestatten 189 den Abbruch, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist. 120 erlauben es dann, wenn die physische Gesundheit der Frau bedroht ist. 122 sagen bei Gefahr der psychischen Gesundheit zu. 83 bei Vergewaltigung und Inzest. 76 bei Schädigung des Fötus. 63 bei sozial-ökonomischen Gründen und 52 auf Antrag der Frau.

Bei der Legalität der Abtreibung bestehen in allen Ländern Einschränkungen: Fristen, Zustimmung von Dritten, Beratungspflicht und Regeln, wo und von wem ein Abbruch durchgeführt werden darf.

Die WHO geht davon aus, dass ein Drittel der Frauen, die sich unsicheren Abtreibungen unterwerfen müssen, anhaltende gesundheitliche Komplikationen erfahren. Solche Schädigungen und Todesfälle sind in Ländern mit liberalisierten Gesetzen signifikant gesunken.

Erfolge in Österreich

In Österreich betrug die geschätzte Zahl der Abbrüche im Jahr 1973, also vor der Fristenlösung, 30.000 bis 100.000 im Jahr. 2002 ging die Rate auf 20.000 jährlich zurück - gegenüber einer Geburtenrate von 80.000. In den städtischen Spitälern Österreichs wurden 1983 3.281 Abtreibungen gemeldet, im Vergleichsjahr 1999 nur 411. (red/Quelle: ÖGF, Jänner 2002)

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