Gerhard Lampersberg 1928-2002

2. Juni 2002, 20:37
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Kärntner Komponist und Kunstmäzen

Klagenfurt - Der Kärntner Komponist und Kunstmäzen Gerhard Lampersberg ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am vergangenen Mittwoch 73-jährig in einem Pflegeheim in Klagenfurt gestorben; am Freitag wurde der Komponist in Maria Saal in aller Stille zu Grabe getragen.

Lampersberg wurde 1928 in Hermagor geboren und hat bei Joseph Marx und Alfred Uhl Komposition studiert. Autodidaktisch machte er sich mit Schönbergs Technik der Zwölftonkomposition vertraut, er hinterlässt ein umfangreiches, vielgestaltiges Oeuvre, das mit Stille und Kontemplation zu tun hat.

Sein Kärntner Landsitz Tonhof war in den 60er- und 70er-Jahren Ort des Zusammentreffens für zahlreiche österreichischen Schriftsteller und Künstler, darunter Thomas Bernhard und Peter Turrini. Mit Bernhard zusammen schuf er die Oper Die Rosen der Einöde, die 1995 uraufgeführt wurde.

Die Beziehung zu Bernhard zerbrach 1984. Lampersberg glaubte sich in Bernhards Holzfällen wiederzuerkennen und ging gerichtlich gegen die Verbreitung des Buches vor, das daraufhin konfisziert wurde. Ebenfalls für Aufregung sorgte, dass vor zwei Jahren Lampersbergs Ernennung zum Ehrenbürger von Maria Saal - ebenso wie die von Turrini - im Gemeinderat keine Mehrheit erhielt.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 6. 2002)

Von
Ljubisa Tosic

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