Gratisaktien für die Aktionäre der Telekom

2. Juni 2002, 18:53
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Behaltebonus von zehn Prozent ist fällig

Wien - In zehn Tagen ist es so weit: Wie beim Börsegang der Telekom Austria (TA) im November 2000 vorgesehen, schlägt dann die Stunde für den so genannten Behaltebonus. Wer die Aktien des heimischen Telekomriesen 18 Monate hielt, bekommt einen Bonus von zehn Prozent. Anlegerschützer Wilhelm Rasinger ist zufrieden: "Letztendlich profitieren die Anleger von der Fairness der ÖIAG."

Die staatliche Beteiligungsholding hatte beim Börsegang einen Frühbucherbonus von fünf Prozent und einen Behaltebonus von zehn Prozent festgelegt, auch um Frau und Herrn Österreicher in Volksaktionäre zu verwandeln. Die Rechnung ist für die besonders Treuen aufgegangen: Zieht man noch das vierprozentige Plus in der Aktie hinzu, beträgt die Rendite pro Aktie rund neun Prozent nach der Kapitalertragssteuer (Kest) pro Jahr. Vor Abzug der Kapitalertragsteuer ergibt sich ein Plus von 13 Prozent.

Treue bringt Cash

Da können jene von den damals rund 90.000 zeichnenden Aktionären zufrieden sein, die noch das Papier besitzen und nicht vorher die Nerven weggeworfen haben. Sie hatten aber allen Grund, ins Schwitzen zu geraten. Gleich zu Beginn der Börsenotiz sauste die Aktie nämlich mit 15 Prozent ins Minus. Wenige Wochen danach ließ eine gut gemeinte, aber schlecht getroffene Gewinnwarnung den Kurs bis auf 5,60 Euro rasseln - bei einem Ausgabekurs von neun Euro. Aber langsam rappelte sich das Papier hoch und ließ die Anleger zufrieden dreinschaun. Was Wunder, wenn man Richtung Deutsche Telekom schaut, wo die Aktie Tag für Tag geprügelt wird.

Vor allem aber hat die heimische TA weiter Potenzial, sind sich Experten einig: Konrad Sveceny, Analyst der Erste Bank, sieht in den nächsten sechs Monaten noch ein Plus von zehn bis 15 Prozent im Bereich des Möglichen. "Da hängt einiges von der Diskussion um die Eigentümer ab und wie diese ausgeht." Telecom Italia ist mit knapp 30 Prozent an der TA beteiligt, will sich aber aus Mobilkom und zum Teil aus der TA zurückziehen. Damit hätte die TA die Mobilkom wieder unter ihrem Dach, und im eigenen Haus die volle Kontrolle. Zu hoffen bleibt, dass dann nicht schon um 16.30 Uhr am Telefon der TA verlautet wird: ". . . leider rufen sie außerhalb unserer Bürozeiten an." Kein Aktionär hängt gerne in der Warteschleife. (este, DER STANDARD, Printausgabe 3.6.2002)

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