Pleite bringt weltweite Ausfälle im Internet

3. Juni 2002, 15:23
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Auch Wiener Telekabel-Tochter Chello betroffen - KPNQwest Österreich will weiter bestehen

Wien - Die Pleite des niederländischen Datenkommunikationsanbieter KPNQwest birgt dramatische Wirkungen auf den weltweiten Internet-Betrieb. Der Konzern betreibt rund ein Drittel des europäischen Glasfasernetzes. Einer der größten Kunden, die ebenfalls holländische UPC, erwartet, "dass es weltweit zu einer Verlangsamung des gesamten Internet kommen wird". Probleme sieht man bei UPC vor allem bei den Verbindungen in die USA und generell bei Daten-Downloads.

Auch die österreichische Tochtergesellschaft UPC Telekabel rechnet in ihrem Internetbereich Chello in den nächsten Tagen mit einer deutlich eingeschränkten Performance. Ende der Woche sollen die gröbsten Behinderungen aber beseitigt sein, sagte UPC Telekabel-Sprecher Gustav Soucek am Montag.

Notfallsplan

KPNQwest habe erklärt, dass das Unternehmen für das reibungslose Funktionieren seines Netzwerkes nicht mehr garantieren kann. Aus diesem Grund habe UPC "unverzüglich einen Notfallsplan aufgesetzt, um diese Backbone Services alternativen Anbietern zu übergeben", heißt es in einem Schreiben der UPC an die Kunden.

"Wir legen jetzt Glasfaserverbindungen zu anderen Anbietern. Der Umstieg kann zu Leistungseinbußen führen. Der Migrationsprozess soll aber innerhalb der nächsten Tage abgeschlossen sein", betont Soucek weiter.

Laut Angaben auf der Homepage von KPNQwest Österreich zählen 40 Prozent der österreichischen Top 500-Unternehmen zu den Kunden von KPNQwest. Von der Einstellung des Betriebes wäre nicht nur die UPC Telekabel sondern auch andere Internetanbieter betroffen, betonte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag.

In Österreich alles offen

Genauere Angaben wollte sie jedoch nicht machen. Die Verhandlungen seien noch im Laufen. Ziel sei es, das Österreichgeschäft unabhängig vom Konzern weiterzuführen. Bis zum Schluss habe man in Österreich ein profitables Geschäft betrieben. Allerdings räumte die Sprecherin ein, dass ein Teil der Verbindlichkeiten des Konzerns auch auf die Österreichtochter durchschlagen würden. "Unser Handlungsspielraum ist auf Grund der Verflechtungen mit dem Konzern natürlich eingeschränkt. Derzeit ist noch alles offen", so die Sprecherin. (APA)

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