Erbin will Tantiemen aus "Schindlers Liste"

2. Juni 2002, 14:22
posten

Klage gegen Universal Pictures

München - Die Erbin von Emilie Schindler, Erika Rosenberg, strebt nach einem Bericht des Münchner Nachrichtenmagazins "Focus" eine Millionenklage gegen das Filmstudio Universal Pictures in Hollywood an. Wie "Focus" in seiner neuen Ausgabe berichtet, will sie damit Ansprüche auf Tantiemen aus Steven Spielbergs Kinoerfolg "Schindlers Liste" geltend machen. Der Film beschreibt die Rettung von 1.200 Juden vor der Mordmaschinerie der Nationalsozialisten durch den Unternehmer Oskar Schindler. Weltweit sahen rund 60 Millionen Menschen den Streifen in den Kinos, der mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde.

"Emilie konnte nie verwinden, dass mit einem Film über ihr gemeinsames Leben mit Oskar Millionen gescheffelt werden, sie aber leer ausgeht", wird Rosenberg zitiert. Hintergrund für die Forderung der Erbin ist laut "Focus" ein Vertrag aus dem Jahre 1964. Darin soll Oskar Schindler die Filmrechte an seiner Geschichte an das Studio MGM veräußert haben. Im Gegenzug seien den Eheleuten Schindler dafür fünf Prozent vom Produzentengewinn zugesprochen worden.

Im Jahre 1982 habe Universal die Filmrechte übernommen, aber zu Lebzeiten von Emilie Schindler nichts gezahlt, wobei auf das angebliche finanzielle Minus, das der Film gemacht habe, verwiesen wurde. Dagegen soll der Film nach Angaben des Internet-Fachdienstes Internet Movie-Data-Base 317 Millionen Dollar (340 Mill. Euro) eingespielt haben.

Nach einem "Focus" vorliegenden Fax von 1999 soll die US-Filmfirma angegeben haben, dass "Schindlers Liste" einen Verlust von über elf Millionen Dollar gemacht habe. "Damit sollten die Forderungen von Emilie Schindler auf einfachem Wege abgewehrt werden. Nach dem Motto: Wo kein Gewinn, da keine Tantiemen", wird der Münchner Anwalt Helmut Heiss zitiert. Er vertritt mit seinem Kollegen Ernesto Garzon Villada Rosenbergs Interessen gegen Universal. Für die beiden Advokaten kann die "Strategie des Kleinrechnens nach den Erfolgen des Films in den Kinos und der TV- Vermarktung nicht funktionieren". Rosenberg schätzt, dass Emilie Schindler rund sechs Millionen Dollar zugestanden hätten. (APA)

Share if you care.