Causa Gaugg: Haider spricht von "Sündenfall"

2. Juni 2002, 10:34
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"Man hat Gaugg nichts Gutes getan"

Wien - Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hat sich jetzt kritisch zur umstrittenen Bestellung von FPÖ-Sozialsprecher Reinhart Gaugg zum Vizegeneraldirektor der Pensionsversicherungsanstalt zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Sonntag-Ausgabe) spricht er wörtlich von einem "Sündenfall".

Haider: "Die Vorgangsweise, wie die Auswahl organisiert worden ist, ist absolut inakzeptabel. Ich hätte mich dieser Herausforderung gestellt, ohne dass vorher die ÖVP- und FPÖ-Granden zusammensitzen und die Neuordnung der Sozialversicherung personell beraten. Man hat Gaugg damit nichts Gutes getan. Er hätte fachlich bei einem normalen Objektivierungsverfahren überhaupt kein Problem gehabt. Die FPÖ sollte diesen Sündenfall zum Anlass nehmen, das nächste Mal mit einer optimalen Vorgangsweise Ergebnisse hervorzubringen, die über jeden Verdacht erhaben sind. Ein Freiheitlicher muss sich bewerben können, aber er ist nicht zu privilegieren."

Den Vorwurf, in Kärnten eine "Umfärbepolitik" zu betreiben, weist Haider entschieden zurück: "Es wird schwer gelingen, Blaustichigkeit bei der Postenbesetzung herauszudestillieren." Und weiter: "Es gibt keine Günstlinge. Bei den Landesschulinspektoren gibt es zwei deklarierte Freiheitliche. Über die Roten und Schwarzen redet niemand. Abteilungsvorstände habe ich bisher nur Rote und Schwarze bestellt. Das Protokoll gehört zum Büro des Landeshauptmannes. Die Regierungsbüros darf jeder selbst bestellen. In der Verwaltungsebene darunter gibt es die Objektivierung. Landespolitisch ist in Kärnten jetzt die große Harmonie ausgebrochen." (APA)

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