Israelische Armee nimmt zehn Palästinenser in Nablus fest

2. Juni 2002, 10:58
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US-Sondergesandter und CIA-Chef zu Gesprächen in Jerusalem

Jerusalem/Kairo - Die israelische Armee ist in der Nacht zum Sonntag erneut in die autonome Palästinenserstadt Nablus eingerückt und hat dort zehn Palästinenser festgenommen. Die Männer seien wegen "Israel-feindlicher Aktivitäten" verhaftet worden, sagte ein Sprecher der Armee. Anschließend seien die Soldaten wieder aus Nablus, Kalkilia und Tulkarem im Westjordanland abgezogen. Einem Bericht des israelischen Rundfunks zufolge hatte die Armee am Samstag bereits rund hundert Palästinenser in den drei Städten festgenommen.

Nach Angaben des Armeesprechers entdeckte und entschärfte die Armee am Sonntagmorgen einen "sehr großen Sprengsatz" in der Nähe der jüdischen Siedlung Gush Katif im Gazastreifen.

Gespräche

An der palästinensischen Najah-Universtität in Nablus nahm die Armee einem israelischen Rundfunkbericht zufolge vier Studentinnen fest, die an der Planung von Selbstmordattentaten beteiligt gewesen sein sollen. Sie hätten der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Yasser Arafat angehört.

Unterdessen traf der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, William Burs, in Jerusalem den israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer. Die Lage in der Region sei "ernst und viel explosiver als sie scheint", sagte Ben Eliezer nach dem Gespräch. Es gebe ständig neue Warnungen vor schweren Anschlägen radikaler Palästinenser. Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, begann am Wochenende ebenfalls eine Vermittlungsmission im Nahen Osten. Am Sonntag sollte er mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak zusammentreffen, wie das Präsidentenbüro in Kairo mitteilte. (APA)

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