Nur mit Hans Dichands Segen ...

4. Juni 2002, 17:12
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... wollen Kanzleramt und Filmfonds Wien Krone-Doku fördern

Ein bisschen zuviel über den rechten Hausdichter Wolf Martin, fand Hans Dichand. Auch was der frühere Vizekanzler Erhard Busek über sein Kleinformat zum Besten gibt, stimmte den Krone-Chef nicht zufrieden. Aber: Seit März kennt er jene kritische Dokumentation über sein Blatt, die Donnerstagabend zunächst im belgischen Fernsehen lief. Und: Er erhob gegen die Ausstrahlung keinen Einwand.

Sein Einverständnis ist Voraussetzung für die Ausstrahlung, das soll sogar eine Vertragsklausel mit der Produktionsfirma vorsehen. Ein Drittel der Finanzierung sicherten Filmfonds Wien und Bundeskanzleramt zu, der Rest kam aus Frankreich und Belgien. Die Subvention machten Filmfonds wie Kanzleramt vom Einverständnis des Krone-Chefs mit der Doku abhängig, erklärte Fonds-Geschäftsführer Peter Zawrel dem STANDARD.

Dass Dichand die Förderung nun wie berichtet "unfassbar" nannte, liegt wohl an einem APA-Interview mit Macherin Nathalie Borgers. "Die Krone mischt auf hinterhältige Art in der Politik mit", sagte sie bei der Gelegenheit. Bezeichnete Dichand als "echten Populisten, der vor allem den Leuten gefallen und Leser gewinnen" wolle, was bei ihm über alle ethischen Standards gehe. Aber: Als die Belgierin Dichand die Dokumentation im März vorführte, habe der gemeint: "Wir haben schon andere Sachen überlebt".

Wieder einmal streitet Dichand in der Doku politische Macht ab. Außenpolitikmann Kurt Seinitz indes räumt "Ordnungsrufe" an die Politik ein. Dichand dementierte oft schon Orders zum redaktionellen Gleichklang. Seinitz erklärt den so: Von Redakteuren mit anderer Meinung als jener des Herausgebers werde "redaktionelle Solidarität" erwartet; der Kollege würde sich dann mit seiner Meinung "zurückhalten". (fid, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 1./2. Juni 2002)

Dichand erhob gegen die Ausstrahlung keinen Einwand.
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