Bush ruft Freiwillige zum "Dienst an der Nation"

1. Juni 2002, 19:45
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Zugleich Warnung vor neuen Terroranschlägen

Washington - US-Präsident George W. Bush hat am Samstag wegen Warnungen vor einem neuen Terroranschlag die Bürger seines Landes zu verstärktem Einsatz in den Freiwilligen-Programmen aufgerufen. In seiner regulären Radioansprache warb Bush für eine Ausweitung des Friedens-Corps für den Auslandseinsatz, des Bürger-Corps zur Abwehr von Gefahren im Inland sowie für das neue Senioren-Corps, das im Rahmen von Notstandsmaßnahmen rasch aktiviert werden soll. Für das Senioren-Programm sind ehemalige Polizei-Beamte, Krankenschwestern, Ärzte im Ruhestand sowie Ex-Feuerwehrleute oder Experten der städtischen Versorgungseinrichtungen sehr gefragt.

Die Anschläge auf das World-Trade-Center in New York und auf das US-Verteidigungsministerium bei Washington am 11. September haben in den USA eine Welle von Patriotismus ausgelöst, die die Regierung Bush zur Aktivierung der Freiwilligen-Programme nutzen möchte. Im Jänner hatte Bush um 200.000 freiwillige Teilnehmer für die Dienste geworben.

45.000 Bewerbungen

Nach offiziellen Angaben gibt es bereits 45.000 Bewerbungen für das Friedens-Corps, das im Ausland "Ressentiment und Hass durch Hoffnung und Fortschritt" bekämpfen soll. Rund 7.000 Mitglieder davon sind zurzeit in 70 Ländern. Die erhofften Verstärkungen sollen nach dem Willen der US-Regierung verstärkt nach Afghanistan und andere moslemische Länder gehen, "um die universellen Werte, die uns so teuer sind", dort zu verbreiten, wie Bush erklärte. Für das Bürger-Corps haben sich nach Angaben des Präsidialamts mehr als 34.000 Menschen gemeldet, die sich am Schutzdienst in ihren Wohnbezirken beteiligen wollen.

In den vergangenen Tagen waren von der Regierung auf der Grundlage neuer geheimdienstlicher Informationen wiederholt Warnungen vor neuen Terroranschlägen ausgegeben worden, die Eisenbahnlinien, dem Schiffsverkehr, Brücken und wichtigen Gebäuden gelten könnten. Eine konkrete Warnung gab es nicht. Seit Oktober führen die USA in Afghanistan Krieg gegen die inzwischen abgelöste, radikal-islamische Taliban-Regierung und deren bewaffnete Anhänger sowie gegen die El-Kaida-Organisation des Extremisten Osama bin Laden. In den USA wird Bin Laden als Drahtzieher für die Anschläge am 11. September verantwortlich gemacht.

Am selben Tag hatte Bush in einer Rede vor Absolventen der US-Militärakademie West Point bei New York seine Landsleute auf mögliche weitere Militärmaßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus vorbereitet. Die Sicherheit des Landes verlange es von "allen Amerikanern", sich "entschlossen" auf etwaige "Präventivmaßnahmen" einzustellen. In Anspielung auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein sagte Bush, er werde nicht zulassen, dass "gestörte Diktatoren" Massenvernichtungswaffen herstellen oder sie an Terroristen liefern. Er bekräftigte seine Auffassung, wonach die USA sich in einem Kampf gegen "das Böse" befänden. Der Anti-Terrorkampf werde nicht defensiv, sondern offensiv gewonnen. (APA/Reuters)

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